Transsexualität-NIBD


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Zusammenfassung

Autor: AnniBu
« am: 09.Jan 2013, 23:08 »

Schon überraschend wie groß die Unterschiede zwischen den Kulturen sind, wenn man bedenkt, dass alle Menschen mal gleich angefangen haben und es in einer Kultur immer irgendwann "DEN" ersten/"DIE" erste TS gegeben haben muss und trotzdem alle so unterschiedlich damit umgehen...Menschen sind komisch :vogel:
Würde mich mal interessieren, was da in den Köpfen anders ist als hier und warum es da zu machen und hier nicht...aber das ist wohl der allseits bekannte deutsche Stock im A**** schätze ich...;)

LG Anni
Autor: selfmademan
« am: 09.Jan 2013, 16:37 »

Nochmal kurz zu Thailand:

Ich habe Herrn van Herste angeschrieben, von dem ich diese Info hatte. Er hat mir ausführlich zurückgeschrieben und mit seiner Erlaubnis darf ich seine Mail hier posten, da diese das Thema nun klarer werden läßt.

Zitat
In vier Wochen kann man nicht ein ganzes Land dieser Größe bereisen oder kennen lernen. Mein Anliegen galt damals auch nicht vordringlich der Transsexualität, sondern den Unterarten der Akupunktur und der Massage. Da ich am Thema TS natürlich auch schon damals dran war, habe ich mich etwas umgehört und auch ein paar TS kennen lernen dürfen.

Mein Eindruck:
In den meisten Landesteilen wird TS nicht abgelehnt. Viele TS können in jedem Fall freier leben als hier, da sie nicht ausgegrenzt oder verhöhnt werden. Die Wohlfühlrate der TS dort ist um ein Vielfaches höher als hier. In einigen ländlichen Gebieten, in denen die Kinder von buddhistischen Mönchen unterrichtete werden, kann es zu Aneckungen kommen, wobei es aber eher um die Kleidung geht.
Mir wurde berichtet, dass die psychische TS nicht unbedingt angezweifelt wird und trotzdem "männliche" Kleidung getragen werden muss. Es geht da offenbar um den "guten Ruf" der Schule. Andere Schulen sind da toleranter oder es gibt keine Vorgaben.
Damals gab es noch kein TS-Gesetz, da das niemand vermisste. Ein OP-Zwang beseht meines Wissens nicht, obwohl viele zumindest Teil-OPs machen lassen. Die meisten lassen sich nur Vorhaut und Hoden entfernen. Reicht das Brustwachstum allein durch Hormongabe nicht aus, werden auch schon mal Prothesen eingesetzt. Der Anteil der Total-OPs lag zumindest damals noch nicht sehr hoch, weil kaum jemand das Risiko eingehen wollte und auch keine Notwenigkeit bestand.
Ein Gesetz zur Änderung des Vornamens wurde damals diskutiert. Der heutige Stand entzieht sich meiner Kenntnis.
Die OP-Methoden waren dort damals schon weit fortgeschritten und werden heute gern von Europäern genutzt.
TS, die außer einer Hormoneinnahme und evt. Brustimplantaten keine OP gemacht haben, werden als Ladyboys bezeichnet - auch sie sich selbst. Nach Entfernung von Hoden und Vorhaut oder einer Total-OP sind sie für sich und andere ganz normale Frauen.
So weit ich informiert bin, ist die Akzeptanz im Laufe der Jahre eher noch gestiegen, da TS-Frauen heute gern in der Verwaltung beschäftigt werden. Sogar Thai-Air hat extra viele TS eingestellt, weil sie im Aussehen Biofrauen gleichen und sogar freundlicher zu den Passagieren sein sollen. Kann ich aber nicht beurteilen, da ich noch nie mit Thai-Air geflogen bin.
Es gibt dort seit vielen Jahren Miss-Wahlen für TS, bei denen sich sogar Bio-Frauen informieren. Gerade in der thailändichsen Mode-Szene sind TS sehr gefragt und gelten als die Fähigsten im Lande. Eine TS-Frau als Ministerin oder gar Präsidentin können sich viele Thais vorstellen, da es in erster Linie auf das Parteiprogramm ankommt.
Aber, nicht vergessen, mein letzter Besuch ist über zwanzig Jahre her. Viele Infos habe ich asu den Medien oder von Leuten, die dort leben oder die ich dort kennen gelernt haben. Eine Garantie für die Richtigkeit kann ich natürlich nicht übernehmen.

Ich denke das bringt nun etwas Licht ins Dunkel.
Autor: selfmademan
« am: 07.Jan 2013, 12:24 »

Vielleicht hast du diesen Sachverhalt ja bei deinem Denkansatz irrtümlich zugrunde gelegt.

Sieht wohl fast so aus. :-[
Autor: AnniBu
« am: 07.Jan 2013, 08:03 »

Wir hatten bei uns im Studium übrigens Vorlesungen zum Thema Intersexualität. Das ist nämlich durchaus wichtig für die Hebammenarbeit, da stimme ich zu. Wir hatten dazu z.B. die medizinischen Grundlagen und auch ein Seminar wo Intersexualität einfach thematisiert wurde.
Dabei ging es eben vor allem darum, dass wir mal davon gehört haben und positiv auf die Eltern einwirken können. Es war erstaunlich wie viele verschiedene Möglichkeiten des Körpers es da gibt. Der Pädiater (Kinderarzt) der bei uns die Vorlesungen gemacht hat, hat uns einige Fotos gezeigt. Da ist ja wirklich alles möglich.
In solchem Seminar haben wir uns übrigens auch über TS unterhalten.
LG Anni
Autor: triona
« am: 07.Jan 2013, 01:01 »

Nachbemerkung:

Die Trefferquote bei zwangsläufig willkürlichen Geschlechtszuweisungen bei Intersexuellen liegt allerdings tatsächlich nur bei 50%. Wenn man die Möglichkeit in Betracht zieht, daß eine intersexuelle Person später auch als "Zwitter" leben will und sich nicht für M oder F entscheiden will, sogar bei höchstens 33%. Fehlerwahrscheinlichkeit also mindestens 50% oder deutlich mehr. Vielleicht hast du diesen Sachverhalt ja bei deinem Denkansatz irrtümlich zugrunde gelegt.


liebe grüße
triona 
Autor: triona
« am: 07.Jan 2013, 00:09 »

Zitat
Apropo: Die Chancen zwischen "alles passt", intersexuell und transsexuell betragen statistisch gesehen pro Anteil gerade mal 33,33.... %. Nicht wirklich viel. Nimmt man Transgender/geschlechtsvariantes Verhalten ((teilweise) in der Rolle des anderen Geschlechts lebend und medizinisch bis maximal Teil-OP) als eigenständige Diagnose mit hinzu, sinkt die Chance auf ein "Cis-Kind" auf 25%.

Laut Statistik ist es also wahrscheinlicher, ein Inter- oder Transkind zu bekommen als ein Cis-Kind. Die Praxis sieht oftmals anders aus. Aber dennoch sollte eine solche Statistik endlich mal aufrütteln.


Da hast du wohl irgend was durcheinandergewürfelt.
Nicht die Zahl der Möglichkeiten ist entscheidend, sondern wie häufig diese in der Praxis vorkommen.

Über die statistische Wahrscheinlichkeit von TS gibt es keine belastbaren Zahlen. Wird es wohl auch so bald nicht geben. Aber die Häufigkeit von TS bei allen Geburten (also in Bezug auf die Gesamtbevölkerung) dürfte nach allgemeiner Erfahrung irgendwo im Bereich von Promille bis kleinere einstellige Prozentwerte liegen. Ähnliches dürfte wohl auch für IS zutreffen. Dunkelziffer ist darüber hinaus noch erheblich, besonders im Falle von TS.

Da genaue Zahlen nicht verfügbar, lohnt es sich auch nicht, darüber zu streiten. Auf jeden Fall sind die Zahlen recht weit von 50 oder 33% entfernt. Und ich will das auch nicht herunterspielen. Ein Promille wären allein in Deutschland über 80 000 Menschen. Aber es dürfte bei den meisten Menschen der Fall sein, daß "Hebammengeschlecht" und "gefühltes", "inneres" Geschlecht übereinstimmen. Bloß halt nicht bei allen. Und vorbeugende Belehrungsmaßnahmen bei allen, die vor allem gerade ganz andere Probleme haben und mit großer Wahrscheinlichkeit auch nie direkt davon betroffen sein werden, dürfte bei den meisten Menschen möglicherweise eher Ablehnung hervorrufen, als Akzeptanz fördern. Alles zu seiner Zeit und am richtigen Ort.


liebe grüße
triona
Autor: triona
« am: 06.Jan 2013, 23:26 »

Zitat
Eltern müssen begreifen, daß TS keine Schande ist. Die Hebammen sollten ihnen einfach nur das nötige Handwerkszeug mit auf den Weg geben. Die "Erlaubnis", daß die Eltern ihrem Kind erlauben dürfen, sich in jeder Hinsicht ausprobieren zu dürfen, experimentieren zu dürfen und die Mitgabe einer Adresssammlung von TS-Fachleuten, die dann zum gegebenen Zeitpunkt das noch minderjährige, im besten Falle präpubertäre Kind untersuchen und ebenfalls mit beobachten falls der Verdacht auf TS aufkeimt. - Wenn dieses Vorgehen flächenweit und bundesweit praktiziert wird und zwar lückenlos bei allen Eltern, bei allen schwangeren Müttern, erst dann können wir nach und nach eine bedingungslose Akzeptanz erreichen. Die bedingungslose Akzeptanz beginnt bei den eigenen Eltern, in der eigenen Familie.

Es wäre schön wenn dieses Vorgehen Schule machen würde.

Hier stimme ich Annis Meinung darüber, was werdenden Müttern an Informationen während der Schwangerschaft und nach der Geburt zugemutet werden kann und soll, uneingeschränkt zu. Gerade das Thema Transsexualität ist da wohl das letzte, was überhaupt für die von Bedeutung ist. So etwas sieht man ja erst Jahre später. Und dann hat die Hebamme nichts mehr damit zu tun. TS läßt sich an einem Neugeborenen und auch an einem Kleinkind überhaupt nicht feststellen.

Intersexualität
hingegen ist sehr wohl ein wichtiges Thema für Hebammen. Wenn diese das sogenannte „Hebammengeschlecht“ bestimmen, dann ist es ggf schon wichtig, wenn sie darüber Bescheid wissen. (Zumindest, wenn die IS äußerlich sichtbar ist.) Und hier ist ein wichtiger Ansatz für richtiges oder falsches Verhalten der Hebamme gegenüber den Eltern, und wie diese ggf über eine IS ihres Kindes denken mögen. Und hier kann die Vermittlung von entsprechenden Informationen schon einen positiven Einfluß ausüben auf Eltern, die damit ja meist völlig überfordert sind.

Zum Glück wird die bisher meist übliche verbrecherische operative „Angleichung“ intersexueller Kinder an ein „eindeutiges Geschlecht“ heute auch in ärztlichen Kreisen zunehmend kritischer gesehen und nicht mehr in jedem Fall gleich angeraten oder gar einfach ohne Kenntnis der Eltern durchgeführt.

Hier sehe ich einen gewissen Bedarf in der Hebammenausbildung. Denn es kann schon nützlich sein, wenn in einem Fall von äußerlich erkennbarer Intersexualität die Hebamme einen positiven Einfluß auf die Eltern nehmen kann. Und dazu muß sie natürlich erst mal selber etwas darüber wissen.

Und deine Forderung nach Offenlassen des Geschlechts und Warten mit medizinischen Eingriffen, bis das Kind selber dazu entscheiden kann, sind im Falle von IS unbedingt richtig.
Auf die Akzeptanz einer evtl vorliegenden TS haben sie allerdings direkt nach der Geburt wohl kaum Einfluß.
Hier wäre der Hebel sinnvoller bei der Ausbildung von Kindergärtnern, Lehrern, Ärzten und auch Psychologen anzusetzen.

Die Abschaffung des höchst überflüssigen juristischen Geschlechts wäre eine weitere Maßnahme. Doch dies erfordert wahrscheinlich noch einen weit längeren Atem und wesentlich stärkere Bewußtseinsbildende Maßnahmen bei den meisten Menschen.



liebe grüße
triona
Autor: AnniBu
« am: 06.Jan 2013, 18:14 »

Ja das mit den IGEL-Leistungen ist mir bekannt und unter Hebammen bereitet das stets und ständig kaltes Kotzen...

Generell sind aufrechte Gebärpositionen immer förderlich...Leider haben das viele Hebammen noch nicht verstanden...

Also ich denke, wenn Eltern ihrem Kind gegenüber offen sind und immer hinter ihm oder ihr stehen, ist es wahrscheinlich völlig egal, ob das Kind transsexuell, homosexuell, auf irgendeine geistige oder körperliche Art krank, egal wie es aussieht. Zwar ist es gut, wenn alle aufgeklärt sind, aber ich schätze *verbohrten* Eltern hilft auch die beste Aufklärung nicht. Das liegt halt wirklich an der Persönlichkeit, aber ich denke, je präsenter ein Thema in der Gesellschaft ist, umso besser wird es irgendwann als "normal" angesehen...

Ich muss am 14.1. mein Abstract abgeben, also meine Zusammenfassung von dem Vortrag. Wenn ich das fertig hab kann ich das gerne hier rein stellen. Das werden etwa 1-1,5 Seiten.

lg Anni

PS: entschuldigt meine wenigen Antworten, ich habe 2 schreckliche 10 Stunden Dienste hinter mir und bin gestern um 3 und heute um 4 aufgestanden und war erst zwischen 5 und 6Uhr abends wieder zuhause...
Autor: mihi
« am: 05.Jan 2013, 20:49 »

Ich bin echt überrascht über die jetzt doch entfachte Diskussion über das Thema.

Da haben wir wohl einen Bereich gefunden, der nun Dich berührt...

Ich schätze, dass für eine solche Aufklärung auch die Frauen daran Interesse haben müssen, sonst geht das ins eine Ohr rein und ins andere wieder raus. Und das vielleicht nicht mal aus Gründen der Diskrimminierung, sondern einfach weil es im Moment unter der Fülle der Informationen als nicht wichtig ausgefiltert wird. Ihr würdet euch wundern, wie viel die Frauen noch wissen wenn sie einen Geburtsvorbereitungskurs hatten und dann in die Klinik kommen...Eigentlich kann man oft von Null anfangen ;)

Ich muß auch manchmal Leuten etwas beibringen, und mich wundert Deine Aussage überhaupt nicht. Man muß an einem Problem wenigstens schon einmal ein bißchen geschnuppert haben, sonst merkt man sich die Lösungsmöglichkeiten nicht. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Ohne Wiederholung geht gar nichts.

Wichtig ist doch eigentlich, daß die Eltern ihr Kind vorbehaltslos annehmen, wie es ist, es ernst nehmen, als richtigen Menschen sehen, ohne es dafür gleich als kleinen Erwachsenen zu behandeln. Das hat nichts speziell mit Transsexualität zu tun, es gibt so viele Probleme, vor die Eltern gestellt sein können, aber Respekt und unbedingtes Angenommensein brauchen die Kinder immer. Die Liebe der Eltern darf nicht von Gegenleistungen abhängen.

Warum muß man das eigentlich erzählen?

Ich fänd es vll sinnvoll wenn das Thema in der Grundschule behandelt wird, wenn das Thema Sexualkunde behandelt wird. Dazu paralell könnte es Elternabende geben, die sich komplett mit dem Thema auseinander setzen...Das halte ich in anbetracht meiner bisherigen Erfahrungen mit Schwangeren und Wöchnerinnen als sinvoller.

Es mag ja sein, daß ich besonders schlechte Erfahrungen gemacht habe, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß Lehrer ein sensibles Thema, welches es auch immer ist, angemessen vermitteln können. Da ist viel zu viel Verbohrtheit verbreitet. Ich habe mich als Kind von den Lehrern immer als Sache und nicht als Mensch behandelt gefühlt. Aufklärung brauchen erst einmal die Lehrer selber. Zum Glück kümmert sich da auch jemand darum.

Und man sollte dabei auch die Kindergärtnerinnen nicht vergessen. Die sind noch vor den Lehrern mit dem Problem konfrontiert.

AnniBu, verrätst Du uns am Ende, was Du in Deinem Vortrag erzählst?

Mihi
Autor: selfmademan
« am: 05.Jan 2013, 19:06 »

Den Frauen wird jede Menge Mist erzählt und jede Menge unnötige Untersuchungen aufgedrängt. Schwangere Frauen sind heutzutage absolut überfordert.

Da steckt eine große Geldmaschinerie dahinter. Auch bei den sogenannten IGEL-Leistungen können Ärzte sehr penetrant werden. Wenn man sich stabile Naturvölker anschaut, diese haben nicht so ein Brimborium und dennoch kommen die Kinder gesund zur Welt. Aber eines haben sie dem Kreissaal voraus: Eine Geburtshaltung die die Geburt des Kindes wesentlich weniger schmerzhaft werden läßt. Die Geburtsmethode der zwei Bäume. Besonders praktiziert in Afrika.

Zitat
Die Schwangere bereitet sich so früh wie möglich auf die Geburt vor. Sie trägt keine Hosen mehr, mastubiert täglich und beginnt damit, die Vagina nach und nach zu dehnen. Einige Frauen machen dies mit den Händen, andere nutzen einen aufblasbaren Bougierstab. Kann man z. B. in Apotheken bekommen.

Wenn die ersten Wehen auftreten, stellen sich die Gebärende und die Hebamme in einem Türrahmen gegenüber. Dies funktioniert im Krankenhaus aber auch zuhause. Die Türrahmen ersetzen die hier fehlenden Bäume.

Die Gebärende legt ihre Stirn auf das Brustbein der Hebamme. Die Hebamme legt ihre Hände rechts und links auf die Hüften der werdenden Mutter. So kann sich die werdende Mutter am Türrahmen abstützen und gegen die Hebamme. Dadurch hat die werdende Mutter die Möglichkeit, dem Schmerz auszuweichen. Die Hebamme kann durch die Verlagerung ihrer Händeposition die Gebärende unterstützen. Der Muttermund kann sich so in kurzer Zeit öffnen. Wenn das Kind dann kommt, geht die werdende Mutter in die Hocke und die Hebamme geht ebenfalls in die Hocke. Das Kind wird dann von einer anderen Hebamme in Empfang genommen.

Gebärende mit dieser Methode berichten, daß sie kaum Schmerzen hatten und die Geburt viel schneller vonstatten ging, als bei klassischen Geburten im Kreissaal. Auch der Ausstoß der Plazenta dauerte nicht lange. Des weiteren verkürzt sich das Wochenbett, also die Rückbildungszeit der Gebärmutter, um ein Vielfaches.

Diese Methode ist sehr schonend für Mutter und Kind, allerdings sollte vorher abgeklärt werden, ob eine solche Geburt möglich ist. Bei Komplikationen, Steißlage z. B. sollten Fachleute hinzugezogen werden.

Diese Info stammt aus dem Buch "Ayur veda - Der Weg zu einem langen, glücklichen und gesunden Leben", Seite 40, ISBN-13: 9783839117675
Autor: AnniBu
« am: 05.Jan 2013, 18:22 »

Ich bin echt überrascht über die jetzt doch entfachte Diskussion über das Thema.

Zum Thema Aufklärung in der Hebammenarbeit: ich finde das auch prinzipiell eine gute Idee, jedoch muss man auch schauen, mit welchen Informationen man die Frauen und Familien noch "zuschüttet". Wenn man sich die Vorsorgeuntersuchengen beim Frauenarzt heutzutage anguckt, dann kriegt man das kalte Grausen. Den Frauen wird jede Menge Mist erzählt und jede Menge unnötige Untersuchungen aufgedrängt. Schwangere Frauen sind heutzutage absolut überfordert.
Vielleicht kann man das als Teil der Wochenbettbetreuung (also nach der geburt) eingliedern. Wobei auch da die Eltern extrem viele Informationen bekommt...und ganz davon ab erzählt auch jeder was anderes...
Ich schätze, dass für eine solche Aufklärung auch die Frauen daran Interesse haben müssen, sonst geht das ins eine Ohr rein und ins andere wieder raus. Und das vielleicht nicht mal aus Gründen der Diskrimminierung, sondern einfach weil es im Moment unter der Füller der Informationen als nicht wichtig ausgefiltert wird. Ihr würdet euch wundern, wie viel die Frauen noch wissen wenn sie einen Geburtsvorbereitungskurs hatten und dann in die Klinik kommen...Eigentlich kann man oft von Null anfangen ;)

Ich fänd es vll sinnvoll wenn das Thema in der Grundschule behandelt wird, wenn das Thema Sexualkunde behandelt wird. Dazu paralell könnte es Elternabende geben, die sich komplett mit dem Thema auseinander setzen...Das halte ich in anbetracht meiner bisherigen Erfahrungen mit Schwangeren und Wöchnerinnen als sinvoller.

Aber natürlich gebe ich dir recht, das Thema ist noch ein großes Tabu-Thema...Dabei sollte man sich über die Vielfalt in einer Gesellschaft eigentlich freuen und nicht alles stigmatisieren oder in eine Schublade stecken wollen...aber das ist wohl leider etwas utopisch gedacht ;)
Autor: selfmademan
« am: 05.Jan 2013, 13:36 »

Hi Triona,

war ja auch nur ein Versuch.  ;) Aber generell würde mich da mal eine fundierte Wahrscheinlichkeitsrechnung interessieren. Ich selber habe einfach nur 100 durch 3 bzw. 4 geteilt.  ;)

Wegen Thailand. Dies habe ich von jemand anderem gehört und auch gelesen. Aber stimmt, man soll nicht alles so leichtgläubig glauben. Ich werde mal denjenigen, von dem ich das gehört habe, anschreiben und ihn auf die Umstände hinweisen.
Autor: triona
« am: 05.Jan 2013, 13:30 »

Zitat
Apropo: Die Chancen zwischen "alles passt", intersexuell und transsexuell betragen statistisch gesehen pro Anteil gerade mal 33,33.... %. Nicht wirklich viel. Nimmt man Transgender/geschlechtsvariantes Verhalten ((teilweise) in der Rolle des anderen Geschlechts lebend und medizinisch bis maximal Teil-OP) als eigenständige Diagnose mit hinzu, sinkt die Chance auf ein "Cis-Kind" auf 25%.

Laut Statistik ist es also wahrscheinlicher, ein Inter- oder Transkind zu bekommen als ein Cis-Kind. Die Praxis sieht oftmals anders aus. Aber dennoch sollte eine solche Statistik endlich mal aufrütteln.



PS: Das transfreundlichste Land ist Thailand. Da gehören vor allem die prä-OP Transfrauen zum normalen Straßenbild. Sie werden dort Katoeys genannt oder Ladyboys. Nach der OP sind sie dann ganz einfach nur Frauen.


Diese "Statistik" glaubst du doch selber nicht.
Da ist doch vom Ansatz her der Wurm drin.

Und das mit Thailand stimmt auch nicht ganz. (siehe Gollums Beitrag)


liebe grüße
triona
Autor: selfmademan
« am: 05.Jan 2013, 11:50 »

Die Hebamme guckt einfach zwischen die Beine, und nicht einmal das ist immer eindeutig.

Gut daß Du das erwähnst. Passt ja zum Thema Hebammenausbildung. Ich habe mal den holprigen Ausdruck "Hebammengeschlecht" gehört und gelesen. Ist zwar bissel komisch das Wort, aber ich denke, es beschreibt eigentlich sehr gut was gemeint ist, nämlich genau das was Du geschrieben hast. Hebamme guckt zwischen die Beine und gut ist.

Bei mir hat Madame Hebamme eben einen großen Fehler gemacht und sich nur auf das Aussehen meiner Genitalien konzentriert. Aber woher sollte sie es denn auch wissen? Rein äußerlich passte es ja, um mir das Hebammengeschlecht weiblich aufzudrücken und bei den meisten passt eben auch tatsächlich alles zusammen. Aber mein innerstes war und ist eben nicht weiblich.

Tja, die reine Fixierung auf genitale Äußerlichkeiten kann einen dermaßen langen Rattenschwanz nach sich ziehen und das Schicksal in eine fatale Richtung leiten, daß sich der Mensch später nur mühsam davon erholen kann, denn zu tief sind und sitzen die seelischen Schmerzen. Sowas dann aufzuarbeiten um wieder glücklich zu werden kann dann mitunter Jahre dauern.

Ich fände es besser, wenn das Geschlecht offen gelassen wird bis zu dem Zeitpunkt wo das Kind überzeugend von sich aus sagt was es ist. Dann einfach weiter beobachten und wenn sich das ganze nicht ändert sondern weiter festigt, wird dann zum passenden Zeitpunkt die Pubertätsblockung eingeleitet (was ja heute schon häufig der Fall ist), damit das Kind nicht in die falsche Pubertät kommt. Warum Merkmale mühsam durch die Medizin entfernen lassen wenn sie von vorne herein verhindert werden können? Gerade Transfrauen, die das Glück der Pubertätsblockung erleben, umgehen einen ausgewachsenen Spießrutenlauf im Erwachsenenalter. Mit der Pubertätsblockung gibt es dann keinerlei Durchschimmern der Vergangenheit mehr, wodrunter ja gerade viele "späte Mädels" leiden.

Allerdings müssen im Vorfeld (noch vor der Geburt) auch die zukünftigen Eltern aufgeklärt und sensibilisiert werden, daß sie beobachten sollen, daß sie sich nicht schämen brauchen, wenn sich das Kind tatsächlich entgegen der Anatomie entwickeln sollte (es muß nicht so sein aber es kann sein). Und daß die Eltern der bedingungslose Anwalt für ihre Kinder sein müssen, gerade dann besonders, wenn das Kind Opfer von Mobbingattacken und anderen traumatischen Erlebnissen wird. Eltern dürfen niemals die Erlebnisse der Kinder herunterspielen. Wenn das Kind eine Situation als traumatisch erlebt, dann muß ihm bedingungslos geglaubt werden. Ansonsten fühlt sich das Kind in seinem Erleben nicht ernst genommen und wird sich vor den eigenen Eltern verschließen. Lieber hält es dann Mobbing aus bevor es sich auch nur ein zweites Mal seinen Eltern anvertraut. Und eine aufkeimende bewußt werdende TS wird dann ebenfalls verschwiegen, aus Angst von den eigenen Eltern verstoßen zu werden. Ein Kind kann nicht relativieren, ein Kind hat eine einfache Denkstruktur: "Wenn mir meine Eltern schon die Mobbingattacken nicht glauben, dann glauben sie mir erst recht nicht meine TS! Also wozu outen, es bringt doch eh nichts!" - Und schon erziehen wir uns einen Menschen, der vor lauter Selbstzweifel und Minderwertigkeitskomplexen geplagt ist. Sich zurückzieht und sich seine TS aus Angst vor Ablehnung nicht eingestehen kann und auch nicht will. Das Eingeständnis kommt dann, wenn es denn kommt und nicht vorher ein Suizid passiert, wenn das Leid die Grenze des Erträglichen überschreitet. Aber soweit muß es erst gar nicht kommen.

Eltern müssen begreifen, daß TS keine Schande ist. Die Hebammen sollten ihnen einfach nur das nötige Handwerkszeug mit auf den Weg geben. Die "Erlaubnis", daß die Eltern ihrem Kind erlauben dürfen, sich in jeder Hinsicht ausprobieren zu dürfen, experimentieren zu dürfen und die Mitgabe einer Adresssammlung von TS-Fachleuten, die dann zum gegebenen Zeitpunkt das noch minderjährige, im besten Falle präpubertäre Kind untersuchen und ebenfalls mit beobachten falls der Verdacht auf TS aufkeimt. - Wenn dieses Vorgehen flächenweit und bundesweit praktiziert wird und zwar lückenlos bei allen Eltern, bei allen schwangeren Müttern, erst dann können wir nach und nach eine bedingungslose Akzeptanz erreichen. Die bedingungslose Akzeptanz beginnt bei den eigenen Eltern, in der eigenen Familie.

Es wäre schön wenn dieses Vorgehen Schule machen würde.

Apropo: Die Chancen zwischen "alles passt", intersexuell und transsexuell betragen statistisch gesehen pro Anteil gerade mal 33,33.... %. Nicht wirklich viel. Nimmt man Transgender/geschlechtsvariantes Verhalten ((teilweise) in der Rolle des anderen Geschlechts lebend und medizinisch bis maximal Teil-OP) als eigenständige Diagnose mit hinzu, sinkt die Chance auf ein "Cis-Kind" auf 25%.

Laut Statistik ist es also wahrscheinlicher, ein Inter- oder Transkind zu bekommen als ein Cis-Kind. Die Praxis sieht oftmals anders aus. Aber dennoch sollte eine solche Statistik endlich mal aufrütteln.



PS: Das transfreundlichste Land ist Thailand. Da gehören vor allem die prä-OP Transfrauen zum normalen Straßenbild. Sie werden dort Katoeys genannt oder Ladyboys. Nach der OP sind sie dann ganz einfach nur Frauen.
Autor: JulianNoah
« am: 05.Jan 2013, 11:00 »

Zitat
Offiziell ist es eines der (oder das) transfreundlichsten Länder auf der Welt

das finde ich absolut nicht. argentinien ist das coolste land (das ich kenne) in transhinsicht.
ich muss mich mit therapeuten (die es nicht oft in der form 1. kinder&jugendlichen 2. transerfahren 3. in der nähe 4. einen platz frei haben und 5. dem "patienten" sympatisch und vertrauenswürdig ist) rumschlagen, um dann anzufangen, über eine bestimmte zeitspanne jemand anderem zu beweisen, was meine persönlichkeit ist.
für diese persönlichkeit gibt es eine sexistisches schema, fußball, schminke, autos und tanzen zur auswahl.
 :kratz:
ob und wie schnell man blocker und hormontherapie bekommt, hängt davon ab, wie sehr man in das schema passt und wie sehr man bereit ist, seinen persönlichkeitskern offenzulegen.
Autor: mihi
« am: 05.Jan 2013, 10:28 »

Da will ich mal wieder zum Thema zurückkommen.

Ich habe großen Respekt vor jedem Einzelnen von euch...davor dass ihr euren Weg gefunden habt oder ihn noch findet.

Ich glaube, die rege Beteiligung zeigt, wie sehr sich jeder einzelne hier nach Verständnis und Akzeptanz sehnt. Gerade, wenn es bei nahen Angehörigen nicht funktioniert.

Ich habe das Gefühl, dass ihr euch eures Körpers und eurer Persönlichkeit besser bewusst seid, als viele viele "Normalsterbliche".
Ich habe durch eure Beiträge wirklich das Gefühl mehr über den Menschen an sich zu lernen.

Gerade die Älteren hier hatten natürlich viel Zeit nachzudenken. Erste erinnerliche Fragen stammen bei mir aus der Grundschulzeit. Warum bin ich ein Junge? Was ist das für ein komischer Zufall? Warum bin ich kein Mädchen? Dazu kommt, daß man den sexuellen Aspekt der Geschlechter in diesem Alter noch gar nicht betrachtet. Es genügt nicht, eine bestimmte körperliche Ausstattung zu haben, man muß damit auch etwas anzufangen wissen. Das lernt man nicht von den Eltern oder in der Schule, das ist ins Gehirn eingeprägt, das muß man einfach wissen. Psychologen sagen, daß der Mensch spätestens mit der Pubertät anfängt, seinen Körper und dessen Empfindungen zu entdecken. Man muß natürlich an der richtigen Stelle suchen. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, bei mir dort anzufassen, wo bei biologischen Männern eine sexuelle Empfindungsfähigkeit besteht. Ich habe mich mit 40 noch gefragt, wie eigentlich Samenspenden funktionieren.

Manche Dinge habe ich auch gar nicht hinterfragt, über die sich andere vielleicht Gedanken gemacht haben. Warum brauche ich als biologischer Junge einen Mädchennamen? Die Frage habe ich mir damals gar nicht gestellt. Ich habe einfach gesucht.

Auch darüber, warum ich als Kind auf dem Klo sitzend die Beine zusammengedrückt habe, um mir vorzustellen, da ist nichts, habe ich mir damals keine Gedanken gemacht. Immerhin, ich habe nicht versucht, da unten mit dem Küchenmesser Hand an mich zu legen, was auch manche in ihrer kindlichen Verzweiflung machen. Aber ich fand meinen Penis immer eklig. Nun hat das ja auch was mit Ausscheidungen zu tun. Ich dachte also, das finden alle eklig, aber heute weiß ich, normale Jungs/Männer finden das nicht.

Wonach bestimmt sich eigentlich das Geschlecht eines Menschen? Es gibt mehrere Bereiche des Körpers, die sich nach dem Geschlecht unterscheiden:
- Gehirn (Gehirnstruktur, Identität)
- Hormone
- Hoden oder Eierstöcke
- äußere Geschlechtsmerkmale (Aussehen zwischen den Beinen,
  Brüste, Bart, Behaarung am Körper, Haarausfall auf dem Kopf)
- Knochenbau (Breite des Beckens und der Schultern, Schädel)
- Chromosomen
Glücklich ist, wer überall dasselbe Geschlecht hat. Die Hebamme guckt einfach zwischen die Beine, und nicht einmal das ist immer eindeutig. Ich glaube, Maßstab kann nur das Gehirn sein, und was dort drin ist, kann man nur feststellen, indem man fragt. Selbst kleine Kinder wissen das oft schon erstaunlich genau.

Also auch ein großes Dankeschön an dich, Mihi!

Positive Rückmeldungen tun halt einfach gut. Danke. :)

Mihi
Autor: bea
« am: 05.Jan 2013, 01:50 »

Indem Du den Text zwischen zwei URL-Tags schreibst und die URL dem Eingagstag als Parameter gibst. Mach am besten mal ein Zitat vom Beitrag - das siehst Du, wie einfach das kompliziert klingende in Wirklichkeit ist.
Autor: mihi
« am: 04.Jan 2013, 21:08 »

Mal eine Frage off topic: Wie bekommt man bei so einem Link eigentlich einen richtigen Text in den Text anstelle der Web-Adresse?

Mihi
Autor: Patrick Atréju
« am: 04.Jan 2013, 21:07 »

Hi Mihi,

klar, ihr habt Recht. Diese dumme Sichtweise der PDL ist mir auch heute erst bekannt geworden. Dagegen werde ich auf jeden Fall vorgehen, bzw. die Sache richtig stellen.

Ich empfinde es einfach als respektlos, wenn ich konsequent mit "falschem" Vornamen angesprochen werde, aus welchen Gründen auch immer.
Autor: selfmademan
« am: 04.Jan 2013, 20:46 »

Ich habe auch noch etwas beizutragen.

Heute habe ich bei der Arbeit erfahren, dass es die Pflegedienstleitung meint, es wäre illegal, am Arbeitsplatz als Mann aufzutreten, und mit entsprechendem Vornamen angesprochen zu werden, bevor ein gerichtlicher Beschluss vorliegt.  :doh:


Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten. Solche Unwahrheiten werden nur aus Angst und Bequemlichkeit erzählt. Die sollen sich mal informieren, bevor die so einen Mist erzählen.

Laß Dich nicht abwimmeln und kontere damit, daß Du dann den einen oder anderen Kollegen ja nicht mal mehr mit Spitznamen anreden darfst und woher soll denn ein Außenstehender wissen, ob der Name ein Spitzname oder der neue selbst gewählte männliche Name ist? Kann keiner wissen und den Leuten ist es egal wie andere genannt werden. Also kann man Dich auch ruhig Patrick nennen. Dann ist es halt eben erstmal ein Spitzname, solange bis er offiziell ist.  ;) Dagegen kann auch die Pflegedienstleitung nicht mehr argumentieren. Solche Leute müssen mit Totschlagargumenten an die Wand geredet werden.

Ansonsten ihm anbieten, daß er sich ja in den Akten einen Vermerk machen kann und sich Deinen Ausweis sowie den dgti-Ausweis kopieren und zu den Akten legen kann. Somit kann er immer nachweisen, daß es sich bei Dir und den verschiedenen Namen um ein und diesselbe Person handelt. Dann ist er rechtlich definitiv auf der sicheren Seite.
Autor: mihi
« am: 04.Jan 2013, 20:41 »

Heute habe ich bei der Arbeit erfahren, dass es die Pflegedienstleitung meint, es wäre illegal, am Arbeitsplatz als Mann aufzutreten, und mit entsprechendem Vornamen angesprochen zu werden, bevor ein gerichtlicher Beschluss vorliegt.  :doh:

Dann gibt es hier mal den passenden Link dazu:
http://www.main-ts.de/downloads/Neues_zur_Rechtslage_von_Transsexuellen.pdf

Frau Augstein ist immerhin Rechtsanwältin am Bundesverfassungsgericht. Ich zitiere mal den hier relevanten Abschnitt:
Zitat
Zur Rechtsstellung Transsexueller nach dem Coming-Out bis zur
offiziellen Vornamensänderung
...
Das Auftreten in der neuen Rolle und Identität ist natürlich
zulässig!
1.
Hierbei darf frau/mann auch den neuen Namen verwenden, nicht
nur mündlich, sondern auch im Schriftwechsel (privat und mit
Behörden!). Auch die Unterschriftsleistung ist rechtsgültig und
keine Urkundenfälschung. Eine solche liegt nach der
Rechtsprechung nur vor, wenn der „falsche“ Name als Mittel
eingesetzt wird, den Vertragspartner um seine Gegenleistung zu
bringen.
Es können daher unter dem neuen Namen Verträge abgeschlossen
werden (z. B. Kauf-, Miet- und Versicherungsverträge).
2.
Auch andere Personen und Institutionen (Arbeitgeber, Behörden)
dürfen den neuen Namen verwenden. Ich habe z. B.
entsprechende Schreiben und Bescheide des Arbeitsamtes, der
Krankenkassen und der Rentenversicherung gesehen, die schon
vor der gerichtlichen Namensänderung den neuen Vornamen
gebrauchten.
Die Rentenversicherung darf (auch schon vor der gerichtlichen
Entscheidung) eine neue Seriennummer erteilen. Der Arbeitgeber
und staatliche Institutionen dürfen neue Zeugnisse ausstellen. Es
gibt zwar den Straftatbestand der Falschbeurkundung im Amt, der
es verbietet, daß eine Behörde etwas inhaltlich falsches
beurkundet. Dieser Straftatbestand ist aber nur anwendbar, wenn
etwas rechtlich Erhebliches falsch beurkundet wird. Der
Vorname und das Geschlecht sind in einem Zeugnis aber nichts
rechtlich Erhebliches. Erheblich sind die dokumentierten
Leistungen und die Identität zwischen Zeugnisinhaber/in und
Erbringer/in der dokumentierten Leistungen.
Für diesen ganzen Bereich gilt, daß andere Personen und
Institutionen den neuen Namen verwenden dürfen, dies aber nicht
müssen. Es gibt insoweit keinen vor Gericht durchsetzbaren
Rechtsanspruch. Zwei Dinge sind auch bei gutem Willen rechtlich
nicht zulässig: neue Ausweispapiere und ein Bankkonto auf den
neuen Namen (letzteres aufgrund einer ausdrücklichen
gesetzlichen Bestimmung im Steuerrecht).
3.
Im Arbeitsrecht besteht auch schon vor der Vornamensänderung
ein Rechtsanspruch, die Tätigkeit in der Kleidung des neuen
Geschlechtes zu verrichten. Dies ist kein Kündigungsgrund. Das
Landesarbeitsgericht Berlin hat die Berliner Verkehrsbetriebe
(BVG) in einem Grundsatzurteil dazu verurteilt, dem „Kläger“
(einer Mann-zu-Frau-Transsexuellen) weibliche Dienstkleidung als
Busfahrerin zur Verfügung zu stellen.
Es besteht natürlich immer die Gefahr nicht angreifbarer
Kündigungen. Frau/Mann sollte natürlich im Guten versuchen, mit
dem Arbeitgeber zu einer Einigung bzw., des Rollenwechsels im
Betrieb zu kommen. Wenn das aber nicht möglich ist, rate ich
unbedingt zu einem Prozeß, zu einer Klage gegen die Kündigung,
wenn das Kündigungsschutzgesetz anwendbar ist (der Betrieb muß
mehr als 5 Arbeitnehmer beschäftigen, und das Arbeitsverhältnis
muß länger als 6 Monate bestand haben). Die gilt auch, wenn ein
anderer Kündigungsgrund als die Transsexualität usw. angegeben
wird. Der Arbeitgeber muß den Kündigungsgrund vor Gericht
beweisen!
4.
Die Krankenkassen dürfen Leistungen nicht von der vorherigen
Durchführung des Verfahrens nach § 1 TSG abhängig machen.
Dies ändert freilich nichts daran, daß die Diagnose Transsexualität
und die medizinische Notwendigkeit durch Gutachten belegt sein
müssen. Deshalb ist dieser Weg in der Regel auch im Hinblick auf
die Krankenkasse empfehlenswert.

Mihi
Autor: AnniBu
« am: 04.Jan 2013, 19:54 »

Müsste dann auch jede andere Veränderung am Namen (wie Spitznamen oder Abkürzungen) nach deren Vorstellung illegal sein?! :kratz: *ironie aus* ;)

Danke ich schaue mich morgen mal in Ruhe um! :)

LG Anni
Autor: AnniBu
« am: 04.Jan 2013, 19:50 »

Hallo Mihi,

mit dem Lesen deines Beitrages hab ich noch mehr das Gefühl bekommen, dass ein 10-Minuten-Vortrag nicht mal als Einleitung dem Thema gerecht wird. Es scheint so wahnsinnig viele Facetten zu geben die ich mir als Außenstehender gar nicht ausmalen kann.
Ich habe großen Respekt vor jedem Einzelnen von euch...davor dass ihr euren Weg gefunden habt oder ihn noch findet. Ich habe das Gefühl, dass ihr euch eures Körpers und eurer Persönlichkeit besser bewusst seid, als viele viele "Normalsterbliche".

Ich habe durch eure Beiträge wirklich das Gefühl mehr über den Menschen an sich zu lernen.

Also auch ein großes Dankeschön an dich, Mihi!

LG Anni

PS: ich hab auch schon überlegt den Beitrag wo anders nochmals zu starten, aber ich wusste nicht, ob das gewünscht ist, weil es ja extra diese Medienrubrik gibt.
Autor: Patrick Atréju
« am: 04.Jan 2013, 19:47 »

Ich habe auch noch etwas beizutragen.

Heute habe ich bei der Arbeit erfahren, dass es die Pflegedienstleitung meint, es wäre illegal, am Arbeitsplatz als Mann aufzutreten, und mit entsprechendem Vornamen angesprochen zu werden, bevor ein gerichtlicher Beschluss vorliegt.  :doh:
Autor: selfmademan
« am: 04.Jan 2013, 19:43 »

Hallo AnniBu,

ich schalte Dich mal für den allgemeinen verdeckten Forenbereich frei. Dort kannst Du entsprechend in den passenden Kategorien Deine jeweiligen Fragen stellen.  :)