Transsexualität-NIBD


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Zusammenfassung

Autor: Schweden-Bär
« am: 03.Okt 2013, 13:02 »

Yep, du Nase. Tongue War so gemeint, dass ich nur den Beri kenne, hat sich mir als Berengar vorgestellt, wirkt wie ein Kerl, der passt so, wie er ist. Daher Spaß mal kurz beiseite, bin gerade voll etwas schockiert: Du bist doch mein Bärchen, was faselst du da auf einmal von Outing daher?!?   kratz
Smiley Tongue Wink Tongue Tongue

Vielleicht hab ich mich ja nur geoutet, gerne Schokoladeneis zu essen. ;p


mach einfach deinen üblichen "Holzfäller-Stil", dann kapieren sie schon die Message ;)

Ja, Berserker-Bärchen eben. Ich hol mal eben meine Zweinänderaxt. *Uuuähhhhhschaaaaa*  ;D
Autor: Schweden-Bär
« am: 03.Okt 2013, 02:42 »

Das war ein Kompliment, du Nase Wink. Hohl dir mal ne Mütze Schlaf *gg* Womit wir im Umkehrschluss aber auch wieder bestätigt haben, dass du ein Mann bist Tongue.

Arghs, ich Trottel... Na ja, Männer eben... :)

Von mir kriegt die Bahn keine Kohle, ich schulde ihnen ja nix! Sollen se mich verklagen und vor Gericht zerren, ich zahl nix! Stattdessen werd ich das Eisenbahn-Bundesamt anschreiben (ist die Behörde, welche die Bahn überprüft/kontrolliert), die werden sich freuen. Und dann werd ich noch die Verbraucherzentrale informieren und nebenbei die Schlichtungsstelle NRW anschreiben. Und gegen die Zahlungsaufforderung vom Inkassounternehmen werd ich sofort schön Widerspruch einlegen.
Die wollen was zu tun haben für 5,10€? Können sie gerne haben! Bärchen hat es auf die freundliche Tour versucht, aber nein, sie wollen ja in die Fresse, dann kriegen sie's auch! *Berserker-Bärchen auspack*  :fight:

Wer Bärchen so verarscht kriegt den ganzen Atomkrieg!  :nudelholz:  (Können wir bitte ein Atompilz-Smiley einführen?  ;D )
Autor: Aurora85
« am: 03.Okt 2013, 01:44 »

...davon ab, Beri: Yep, klingt gut. Aber eine Frage habe ich da noch:
Wie, du bist kein gebürtiger Kerl?!?   :kratz:
:-\ ;) :P
Hö? Wie? Wo? Hab ich was nicht mitgekriegt?

Das war ein Kompliment, du Nase ;). Hohl dir mal ne Mütze Schlaf *gg* Womit wir im Umkehrschluss aber auch wieder bestätigt haben, dass du ein Mann bist :P.

Es war auch ein wilder Tag bei mir, und hab mich noch mit der Deutschen Bahn rumgeärgert. Die sind ja doof... Sollen se mal ihr Inkasso-Ding da schicken, die kriegen nix!  :motz:

Welcome to the Club... Ich hab mein Jobticket noch nicht und darf diese Woche daher zu den schicken Normalpreisen fahren. Das ist erstens schweineteuer und zweitens nehmen die Automaten manchmal noch nicht mal 5€-Scheine. Soll ich die ganze Kohle, welche die haben wollen, etwa in Münzen dabei haben? Ich hatte es ja schon die ganze Woche geahnt und heute wars so weit: Ich hab deswegen den Zug verpasst! ... Immerhin hatte ich etwas zum Lesen dabei.

Liebe Grüße
Isa
Autor: Schweden-Bär
« am: 02.Okt 2013, 03:16 »

...davon ab, Beri: Yep, klingt gut. Aber eine Frage habe ich da noch:
Wie, du bist kein gebürtiger Kerl?!?   :kratz:
:-\ ;) :P

Hö? Wie? Wo? Hab ich was nicht mitgekriegt?
*zu sich selber red*: Mann, Bärchen, jetzt schwing deinen Arsch ins Bett, du peilst ja echt nix mehr!
*ich zu mir selbst*: Jo, is besser so... -.- Und morgen bekomme ich erklärt, warum ich kein gebürtiger Kerl sein soll... oder ich peils selbst, auf was du in deinem jugendlichen Scherz anspielst. xD ;)

Es war auch ein wilder Tag bei mir, und hab mich noch mit der Deutschen Bahn rumgeärgert. Die sind ja doof... Sollen se mal ihr Inkasso-Ding da schicken, die kriegen nix!  :motz:

Bin heut schon bissl durch... Gerade ist bei mir echt die Kacke am dampfen, so viel ist los. Kostprobe gefällig?

Heute Morgen Termin für Wohnungsübergabe gemacht. Jo, morgen um 17 Uhr etwa. Dann Schreibkram... 3000 verschiedene Sachen, alles fertig gemacht. Dann irgendwann mal kleines Schläfchen gehalten, weil ich echt platt war. Auf einmal werd ich wach, guck auf die Uhr. Springe auf! Oh Gott, 17 Uhr, der Hausmeister kommt gleich! In Panik Klamotten angezogen, ins Bad gerusht, ich guck in den Spiegel... Mooooment maaaal....  :kratz:  ach fuck, das ist doch erst morgen...  ::)  :kichern:

Aber dafür hab ich noch ein zweites Feedback bekommen, welches genau so süß ist, wie das erste! Das rundet den Tag doch mal ab!

So, ich hau mich hin... und morgen geht's genau so weiter wie heute. (Echt, ich habe bestimmt in den letzten paar Tagen so viel geschrieben wie noch nie in meinem Leben zuvor auf einmal, und DAS will wirklich etwas heißen!!!)

Gut's Nächtle!

Schnarchige Grüße,
Berengar
Autor: Aurora85
« am: 01.Okt 2013, 23:59 »

Hey Beri,

toll, dass du so ein positives Feedback bekommen hast! Ja, wirklich sehr cute ;). Wenn die Anderen auch nur halb so gut damit umgehen, hast du auf jeden Fall einen tollen Freundeskreis/eine tolle Verwandschaft. Es gibt nichts Wichtigeres. Wünsch dir viel Glück für die weiteren Antworten!

Ich möchte anmerken, dass diese Person gerade mal Anfang 20 ist.

Ein gutes Herz kennt kein Alter ;). Ich glaub sogar, dass Jugendlichkeit hilft, denn Anfang 20 ist man noch nicht so durch die Gesellschaft und den Alltag desillusioniert worden.

Liebe Grüße
Isa
Autor: Schweden-Bär
« am: 01.Okt 2013, 22:38 »

Ich bin gespannt auf die Reaktionen auf deine Coming Out-Email, wenn du berichten magst.

Eine Reaktion habe ich heute schon erhalten. Sie hat mich echt zu Tränen gerührt. *schnüff*

Schaut euch das mal an:

"Hey Beri ;)

... Alles was ich dir sagen möchte ist, dass ich mich UNGLAUBLICH für dich freue. Du hast anscheinend sehr viel durchgemacht und musstest zu lange zu traurig sein, da kann man doch wirklich nur froh sein, dass du endlich die Ursache deines Problems gefunden hast. Du bist ein toller Mensch und du hast es verdient glücklich zu sein. Das mit dir und [Ex-Mann] ist natürlich sehr schade, aber wie du schon sagtest, du verlierst nur eine Beziehung, nicht den Menschen. Ich finde deinen Schritt sehr mutig und zugleich komplett richtig :) (denn richtig ist, was dir gut tut)
 
Alles was du über Transsexualität geschrieben hast, kann ich komplett nachvollziehen und ich gebe dir Recht, wenn du sagst, unsere Gesellschaft muss aus ihren konservativen Schuhen wachsen.
Jeder Mensch sollte einfach nur das Recht haben glücklich zu sein und es spielt keine Rolle auf welche Art und Weise und ich hoffe du kannst es bald so richtig sein. Warum wäre das Leben denn sonst lebenswert. Du hast sicher noch viele, nicht einfache Entscheidungen vor dir und ich hoffe du weisst, wenn du mal jemandem zum reden brauchst, sind wir da. Ich wünsche dir, dass du viele Menschen triffst die dich unterstützen. Wir/Ich sind es auf jeden Fall!

Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder :)
Du bist immer noch Familie und Freund :)

Nur alles Liebe,
XXXX (Name entfernt) ;)"


Oh Gott, Leute, ist das sweet? Oder ist das sweet! Mann, ich liebe meine Leute, echt! :happy:
Ich möchte anmerken, dass diese Person gerade mal Anfang 20 ist.

Ich hoffe, die anderen sehen das ähnlich. Mal sehen, wer sich noch so meldet.

Liebe Grüße,
Berengar
Autor: Haribo
« am: 01.Okt 2013, 20:42 »

Hallo,

Auch wenn unfruchtbar und keine Blutungen, ich fühle da keinen "Kompromiss" mehr.
Das ist schön zu hören und freut mich für dich.

es fehlte die Tage eine Gartenbank und ein Tisch in seinem Garten. Da hätte man auch verlangen können sollen, dass jeder Privatbesitz auf Privatgrundstück akzeptiert, aber ist auch nicht. Du kannst nur sicher sein, wenn du so aussiehst bzw. alles ankettest, ist eben so.
Aber in der Realität sieht das leider völlig anders aus. Gerade am Arbeitsplatz weigern sich die meisten hartnäckig, mich mit richtigem Vornamen anzusprechen.
Da habt ihr beide recht. Das sagt aber nichts darüber aus, was ich als richtig erachte. (Das Gesetz sagt ja auch sehr deutlich, was es mit Privatbesitz auf sich hat.) Ich finde es richtig, wenn jemand sagt, er wäre Mann/Frau im falschen Körper, dass diese Person als Mann/Frau behandelt wird. Und ich denke, dass das der wichtige Punkt ist, den es der Gesellschaft zu vermitteln gilt. Dass Transsexualität bedeutet, dass da eben ein(e) Mann/Frau stehen, obwohl es nicht so aussieht.

Wie das ganze dann medizinisch bezeichnet wird, ist mir relativ egal, solange die eine Behandlung bekommen, die sie benötigen.

Wir sind da an dieser Stelle denke ich jetzt ganz okay miteinander. :knuddel2:
Dann belassen wir es doch dabei. :knuddel2:

Liebe Grüße,

Hannah
Autor: mihi
« am: 01.Okt 2013, 19:55 »

ein Transvestit steht auch im ICD10 und kriegt keine Behandlung (welche auch?).

Epi?

Doch, ich kenne einen, der macht das.

...
Wir sind da an dieser Stelle denke ich jetzt ganz okay miteinander. :knuddel2:

Schön, daß sich die Wogen nun doch wieder etwas glätten.

Mihi
Autor: Patrick Atréju
« am: 01.Okt 2013, 11:37 »


Danke für deinen tollen Beitrag, Hannah! Besonders das, was ich jetzt mal zitiert habe, ist genau der Punkt! Wir werden auf unsere Genitalien reduziert. Das will niemand! Es ist sexistisch! Aber bei uns Transsexuellen wird es plötzlich legitim? Der Gesellschaft hier die Augen zu öffnen, finde ich extrem wichtig! (Werde übrigens morgen eine Art Massen CO per E-Mail haben, in dem ich genau diese Problematik anspreche. Mal sehen, was für Feedback kommt.)



Mit deinem Beitrag hast du recht, Hannah.

Aber in der Realität sieht das leider völlig anders aus. Gerade am Arbeitsplatz weigern sich die meisten hartnäckig, mich mit richtigem Vornamen anzusprechen.

Und was Berengar schreibt, mit dem Reduzieren auf die Genitalien eines TS-Menschen... ich glaube, manche Gutachter sind auch so. Obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten.

Und wenn mir so einer unterkommt, mit dem hätte ich wohl eine "nette" Diskussion.

Ich bin gespannt auf die Reaktionen auf deine Coming Out-Email, wenn du berichten magst.
Autor: Schweden-Bär
« am: 01.Okt 2013, 00:56 »

Zum einen ist da die gesellschaftliche Akzeptanz. Für mich bedeutet Transsexualität, dass da ein Mann im Frauenkörper oder anders herum steckt. Und wenn sich jemand outet und sagt, dass er trans ist, dann erwarte ich von der Gesellschaft, dass dieser Person sofort als Mann oder Frau anerkannt wird. Und da finde ich die Frage danach, wie es bei jemandem in der Hose aussieht (oder aussehen wird) vollkommen deplatziert. Bei fast jedem Menschen würde man das als sexuelle Belästigung auffassen, aber bei Transsexuellen ist das okay?

Danke für deinen tollen Beitrag, Hannah! Besonders das, was ich jetzt mal zitiert habe, ist genau der Punkt! Wir werden auf unsere Genitalien reduziert. Das will niemand! Es ist sexistisch! Aber bei uns Transsexuellen wird es plötzlich legitim? Der Gesellschaft hier die Augen zu öffnen, finde ich extrem wichtig! (Werde übrigens morgen eine Art Massen CO per E-Mail haben, in dem ich genau diese Problematik anspreche. Mal sehen, was für Feedback kommt.)

Liebe Grüße,
Berengar
Autor: Haribo
« am: 30.Sep 2013, 22:52 »

Hallo ihr Lieben,

Kommt allerdings von meiner Ehrlichkeit her, bei solchen "Extrembeispielen" gruselt es mich wirklich, und daher, dass (wie vor Monaten schon einmal) bei "durch die Blume gesagt" keiner versteht, was ich sage.
Mit der Türe ins Haus fallen, hat jetzt auch nicht so viel gebracht ;) Ich kann verstehen, dass dich das gruselt. Das ist vollkommen okay. Es ist nur so, dass sich viele Menschen (allgemein) auch vor TSen gruseln. In beiden Fällen kann es nur die adäquate Reaktion sein, dass die Leute sich sagen: "Ich kann es nicht nachvollziehen, ich würde es nicht so machen, aber das muss jeder selber wissen." (Was in etwa die Reaktion meines Chefs war, auf mein (unfreiwilliges) Outing bei ihm.)

Ich glaube, wenn du sowas gesagt hättest, wie: "Wenn ich Transmann wäre, dann hätte ich keine Schwangerschaft durchgestanden. Da hätte ich mich vor mir selber geekelt.", dann hätte ich, glaube ich, besser verstanden, was du sagen wolltest. Und in dem Punkt sind wir ja auch garnicht so weit auseinander. Wir sind nur unterschiedlich mit diesem Gefühl umgegangen.

Aber wenige machen viel kaputt.
Das kann so sein. Aber ich würde eher vom Beobachter (Therapeuten, Gutachter, etc.) erwarten, dass diese in der Lage sind zwischen Einzelfällen und der großen Masse (wenn man bei TSen da überhaupt von reden kann) zu unterscheiden.

Wir hatten ja über das "Blöd angemacht werden" gesprochen. Und ich muss sagen, dass sich die Anzahl der Personen, die mich schonmal blöd angemacht haben, sich besonders stark in einer bestimmten ethnischen Gruppe häufen. Aber man kann von mir als aufgeklärtem Menschen erwarten, dass ich weiß, dass sich ein Großteil der Menschen dieser ethnischen Gruppe vollkommen sozial verhalten. Da muss ich dann den Verstand einschalten und kann nicht durch die Gegend laufen und "Ausländer raus" brüllen.

Und gerade diese Art von Differenzierung erwarte ich von Gutachtern und besonders von Therapeuten.

Kannst du sonst meine Definitionen verstehen und grundsätzlich aktzeptieren?
Ich denke, ich verstehe dich jetzt und ich kann auch akzeptieren, dass du diese Definition benutzt. Ich bin an der Stelle nur anderer Meinung. Wir müssen das nicht weiter ausdiskutieren. Wir können auch diese beiden Meinungen friedlich nebeneinander existieren lassen. Ich möchte trotzdem einmal meine (wenn du so willst) Definition aufschreiben. Vielleicht kann der eine oder andere dieser Definition etwas abgewinnen.


Vielleicht zu Beginn, warum ich die ICD-10 Definition für eine Kapitulation an dem Thema an sich halte. Die ICD-10 soll ja (nur) dafür da sein, zu entscheiden, wer eine medizinische Behandlung bekommt. Und dann steht da:
Zitat
Es besteht der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.
Mit anderen Worten steht da, das derjenige eine Behandlung bekommt, der die Wünscht. Das wäre in etwa so -- ja okay... das mit den Analogien ist immer so eine Sache -- als würde man einen Bakteriellen-Infekt darüber definieren, dass der Patient Antibiotika bekommt. Diese Definition sagt halt nichts über die Symptome oder Ursachen an sich aus.

Ich verwende die folgende Definition:
Zitat
Jemand ist transsexuell, wenn er sich mit dem anderen als dem Biologischen Geschlecht identifiziert und sich wünscht, in diesem geboren worden zu sein.
Ich würde jetzt mal behaupten, dass jeder von den hier anwesenden Jungs sich wünscht, er wäre mit Pillemann, und von den Mädels, sie wäre mit Mumu auf die Welt gekommen. Ich denke, wenn bei irgendjemandem von uns eine gute Fee klopfen würde, wir wüssten Alle wofür wir den Wunsch ausgeben würden. Und ich denke, dass gerade das Transsexualität charakterisiert. Und die Tatsache, dass wir eben nicht so auf die Welt gekommen sind, bereitet Schmerzen.

Ich finde, dass der Wunsch nach einer OP eben keine gute Charakterisierung ist, da die OP ja eigentlich niemand will. Ich will eine richtige (funktionierende) Mumu haben und eben nichts, was irgendein Chirurg, heute in der Lage ist, herzustellen. Ich will auch nicht mein Leben lang Tabletten nehmen. Ich will Eierstöcke, die diese Hormone selber produzieren. Jetzt ist natürlich der Punkt, dass ich das niemals bekommen werde, was ich möchte. Deswegen sind für mich Hormone und eine OP der bestmögliche Kompromiss.

Jetzt könnte man sagen, dass aber doch der Wunsch nach einer OP ein guter Indikator sei. Aber an dieser Stelle würde man wieder die Behandlung als Charakterisierung für die "Krankheit" heranziehen. Die Art und Weise, wie jemand mit etwas umgeht, sagt aber nichts darüber aus, wie Derjenige darunter leidet. Und es gibt einige pragmatische Gründe (ich hatte ja schon mehrfach gesagt, dass ich die gesellschaftliche Seite im Blick habe), die Definition so zu wählen, wie ich das getan habe.

Zum einen ist da die gesellschaftliche Akzeptanz. Für mich bedeutet Transsexualität, dass da ein Mann im Frauenkörper oder anders herum steckt. Und wenn sich jemand outet und sagt, dass er trans ist, dann erwarte ich von der Gesellschaft, dass dieser Person sofort als Mann oder Frau anerkannt wird. Und da finde ich die Frage danach, wie es bei jemandem in der Hose aussieht (oder aussehen wird) vollkommen deplatziert. Bei fast jedem Menschen würde man das als sexuelle Belästigung auffassen, aber bei Transsexuellen ist das okay?

Zum anderen wäre die medizinische Frage: Warum soll jemand, der die OP aus irgendwelchen Gründen (z.B. gesundheitliche) nicht machen möchte, keine Hormone und keine Epi bekommen können? Was aber der Fall wäre, wenn man die ICD-10 Definition präzise anwenden würde. Ich möchte, dass die Leute selber entscheiden können, welche Behandlung sie wollen und ich finde, dass aber die Behandlungsart das das Problem an sich nicht ändert.

Und darum halt der Satz: "Eigendefinition vor Fremddefinition."¹

(Man kann vielleicht meine Definition noch besser formulieren, aber ich hoffe, ich habe in etwa erklärt, was mir wichtig ist.)

Was sind dann Transgender?
Zitat
Eine Person ist transgender, wenn sie sich keinem der beiden Geschlechter zugehörig fühlt.
Ich finde es durchaus legitim, wenn sich jemand als Transgender (nach dieser Definition) sieht. Und es gibt auch sicher gute Gründe, dass auch diese Menschen bestimmte Behandlung brauchen und bekommen sollten. Aber an der gesellschaftlichen Frage finde ich alleine entscheidend, wie sich die Person selbst definiert und danach sollte sie dann auch behandelt werden.

Und da gilt es der Gesellschaft klar zu machen, dass eben das Äußere nicht über das Innere entscheidet.

Liebe Grüße,

Hannah



P.S.:
"Treten" ist nicht meine primäre Absicht, obwohl wie gesagt, ich weiß, wie einen Lethargie, Schweinehund und Angst blockieren können, und viele Tritte Anderer in meine Blockaden haben mir geholfen.
Da stimme ich dir zu. Ich habe auch mal hin und wieder einen Tritt gebraucht und auch bekommen. Aber wir :friends: müssen dabei vorsichtig sein, dass wir die Leute nicht verschrecken. Und es gehört auch dazu, dass sich hier jemand mal auskotzen/-heulen muss. Und da gehört einfach ein wenig Vorsicht dazu, zu entscheiden, wann man ein wenig schieben muss und wann man Jemanden einfach (virtuell) in den Arm nimmt. :knuddel2: Und ich wünsche mir einfach, dass auch hier Alle das Gefühl haben, sich einfach mal ausheulen zu können, wenn sie es denn brauchen.

Wie gesagt, bei mir müssten sich hier auch einige massiv entschuldigen, tut aber niemand, ich dagegen tue es, wenn ich die Möglichkeit sehe, dass was nicht okay war. Ich hoffe, du akzeptierst das.
Ist akzeptiert. Ich war mit meinen Aussagen nun auch nicht gerade zimperlich. Aber ich denke, so ist das halt, wenn es mal etwas leidenschaftlicher wird. Ich möchte jetzt kein allgemeines "Entschuldigung" hinterher schieben, da ich dann ja überhaupt nicht wissen würde, wofür ich mich entschuldige. Darum würde ich dir anbieten, dass du mir eine PN schreiben kannst, wenn du mir sagen möchtest, an welcher Stelle du dich unangemessen behandelt gefühlt hast. Und wir reden da in Ruhe drüber. Ansonsten: Du und der Rest der Leute hier sind schon ganz okay. :)
Autor: Aurora85
« am: 28.Sep 2013, 16:52 »

Bei TG im engen Wortsinn (nur Wechsel des sozialen Geschlechts) wird es dann in Bezug auf die Außenwirkung schwierig, denn da sind die Passing-Möglichkeiten begrenzter und diese Menschen werden mit erhöhter Wahrscheinlichkeit in ihrem Zielgeschlecht erkannt. Aber auch damit muss eine Gesellschaft des 21. Jahrhunderts umgehen können.

Ich meinte natürlich mit verringerter Wahrscheinlichkeit im Zielgeschlecht bzw. mit erhöhter im Ursprungsgeschlecht. War was spät gestern. :angel:
Autor: Schweden-Bär
« am: 28.Sep 2013, 01:52 »

Danke, Isa! Auch ein sehr schöner Beitrag!  :daumenhoch:
Autor: Aurora85
« am: 28.Sep 2013, 01:45 »

Ach ja, die katholische Kirche... Das größte Problem insbesondere der katholischen Kirche ist ihr Selbstverständnis, die moralische Instanz zu sein. Da wird doch teilweise in aller Ernsthaftigkeit gedacht, dem Menschen moralisch richtiges Verhalten gebracht zu haben. Und ein (glücklicherweise im kleiner werdender) Teil der gläubigen Bevölkerung empfindet das auch heute noch so. Das wurde und wird dann für allerlei Schindluder missbraucht. Und den ganzen Spaß dürfen wir teilweise auch noch bezahlen (Bischöfe werden direkt vom Staat bezahlt, nicht über die Kirchensteuer). Ich bin vor ein paar Monaten aus der Kirche ausgetreten, für eine Strafgebühr von 30 €. Hierfür noch mal herzlichen Dank an die CDU... Ich hör mal besser auf, über die katholische Kirche zu schreiben...

Eine weitere Sache, die ich auf den Tod nicht leiden kann, ist Kabarett. Nicht, dass ich nicht auch mal gerne lachen würde, nur ernsthaft... all die Kerkelings und Co, die sich schon am "Frau spielen" und damit "Frau werden verarschen" schuldig gemacht haben, sind für mich einfach nur Arschgeigen, ja so deutlich. Transsexualität ist eine anerkannte Krankheit, darüber macht man sich nicht lustig, in keiner Weise, egal wie.  

Auch wenn ich nicht so der riesen Fan von Kabarett bin, muss ich das jetzt mal in Schutz nehmen. Kabarett ist ja erst mal weit mehr als das, was der Kerkeling da so aufführt. Gutes Kabarett ist gleichzeitig witzig und gesellschaftskritisch und definitiv mehr wert als ein Großteil des Schmalspur-Comedys im Fernsehen. Sowas hier ist auch Kabarett.

Was Kerkeling da macht, ist ja letztlich eine Kombination von Kabarett und Travestie. Mit TV oder gar TS/TG verulken hat das nichts zu tun. Und ich glaube auch nicht, dass das durch den Zuschauer mit Transsexualität in Verbindung gebracht wird. Es ist eine Bühnenperformance (die einem nicht gefallen muss, ich find ihn auch nicht so toll) und wird auch so aufgenommen, denke ich. Travestie hat eine lange Geschichte und dürfte allgemein als Performance verstanden werden. Bei Drag Queens sieht das schon etwas anders aus.

Transgenderismus
Ist *für mich*, wenn der Leidensdruck nicht primär auf den Körper gerichtet ist, sondern auf Name und Rolle, und damit, wie das Wort sagt, auf das soziale Geschlecht [Englisch: gender], aber nicht primär auf den Körper [Englisch: sex] und damit nicht primär auf körperliche Transition aus ist.

Das seh ich genauso, denn es entspricht der eigentlichen Wortbedeutung von Transgender. Die Begrenzung zwischen TG und TS müsste dann ja eigentlich sein, ob der Schwerpunkt auf der körperlichen oder der sozialen Seite liegt. Und der Schwerpunkt kann auch ohne GaOP (auch ohne angestrebte) auf der körperlichen Seite liegen. Das ist der Grund, warum ich zum Beispiel die Bezeichnung NonGaOP-TS durchaus für legitim halte.

Gegen die Definition von TS im ICD ist nichts auszusetzen. Es bringt aber nicht viel, die TS-TG-Geschichte am ICD aufzuhängen, weil von Transgender im ICD nun mal nichts steht. Da steht: F64.9 Störung der Geschlechtsidentität, nicht näher bezeichnet. Also die Resteschublade. Für Transgender müsste also überhaupt erst mal eine Definition integriert werden und meiner Meinung müsste das die sein, die du gepostet hast.

Mal so aus Neugier: Für was wird überhaupt F64.8 benutzt? Weiß das jemand?

In Bezug auf das ganze Trans-Spektrum ist der Unterschied zwischen TS und TG (mit HRT) marginal und tritt erst am Ende der Transition überhaupt erst richtig zutage (daher die schwierige Konstruktion mit Endziel-TS und Endziel-TG). Daher mein Unverständnis darüber, warum es dir so wichtig ist, damit nicht verwechselt zu werden. Wenn es dir von Anfang an nur um "Medien-Transen" ging, versteh ich dich natürlich vollkommen.

Für die Außenwirkung ist die Definitionitis müßig, denn sowohl die TS-, als auch die TG-Gruppe (egal, wo man die Grenze nun ansetzt) sind in der Gesellschaft nun mal schlicht und einfach Frauen/Männer. Bei TG im engen Wortsinn (nur Wechsel des sozialen Geschlechts) wird es dann in Bezug auf die Außenwirkung schwierig, denn da sind die Passing-Möglichkeiten begrenzter und diese Menschen werden mit erhöhter Wahrscheinlichkeit in ihrem Zielgeschlecht erkannt. Aber auch damit muss eine Gesellschaft des 21. Jahrhunderts umgehen können.

Es ist wichtig, dass irgendwann mal jede(r) Betroffene auch durch die Gesellschaft als das verstanden wird, was sie oder er genau ist. So gesehen versteh ich deinen Wunsch nach Differenzierung vollkommen und diese sollte auch nach außen vermittelt werden. Aber wir müssen aufpassen, dass aus Unterscheidung nicht Distanzierung wird. Es ist leider mal gar nicht die Ausnahme, dass in Transforen TG von TS das Frausein abgesprochen und kriegsnahe Zustände ausbrechen (geht auch andersrum und auch TV gegen TG/TS, war nur das schlimmste Beispiel). Und dann wundern wir uns über mangelnde Empathie seitens der Gesellschaft, während wir uns gegenseitig beharken.

Gegenstücke von "Medien-Transen" gibt es doch durch verschiedenste gesellschaftliche Gruppen. Es sind mediengeile Attention Whores und Paradiesvögel, die durch ihre Medienpräsenz nunmal wirklich Eindruck erzeugen. Dem gegenüber stehen Tausende TS/TG, die einfach nur in Ruhe ihr Leben leben wollen und dementsprechend in der Öffentlichkeit nicht auftauchen und von der Gesellschaft praktisch nicht wahrgenommen werden, von ein paar ganz ordentlichen Reportagen vielleicht abgesehen.

Ich will diesen Paradiesvögeln gar nichts absprechen, denn es ist schlicht ihre Freiheit, das zu tun. Es fehlt halt das Gegengewicht und eine Lobby. Aber wie soll es eine Lobby geben, wenn die Hälfte der Transwelt zerstritten ist oder zumindest eine sehr distanzierte Haltung zueinander einnimmt?

Liebe Grüße
Isa
Autor: Schweden-Bär
« am: 28.Sep 2013, 00:14 »

...Wie gesagt, bei mir müssten sich hier auch einige massiv entschuldigen, tut aber niemand, ich dagegen tue es, wenn ich die Möglichkeit sehe, dass was nicht okay war...

Das zeugt von charakterlicher Stärke deinerseits. Ist doch gut so! Sieh's mal so: Kann ja nich jeder so stark sein.  ;)  ;D

Manche Diskussionen geraten leider zu schnell aus dem Ruder, weil sich die Emotionen aufschaukeln. Da muss man höllisch aufpassen.

Deshalb versuche ich meinerseits immer meinen Respekt ganz deutlich dann auszudrücken, wenn ich mal anderer Meinung bin. Nur weil ich ne andere Meinung hab, find ich ja nicht gleich den ganzen Menschen doof oder daneben. Und so geht es sicher vielen, aber das geht dann in so ner Diskussion oft unter, weil man allzu gerne verallgemeinert und glaubt, man hat gleich die ganze Welt gegen sich, dabei sind es halt nur verschiedene Sichtweisen aus verschiedenen Lebenswinkeln mit kontrahären Lebenserfahrungen. (Watt'n Satz!  :schwitzen: )

So, ... Bärchens Taktik ist heute kurze Posts, dafür mehrere.  :kichern: Nee, Quatsch, wollte es nur übersichtlich halten und gesondert antworten. Sollte kein Gespamme sein.

Prost  :prost:

Und liebe Grüße,
Berengar

Edit: Harghls... Rechtschreibfehler... geht wech!  :fight:
Autor: Schweden-Bär
« am: 27.Sep 2013, 23:55 »

... Leider haben spätere Religionsvertreter dieses Vorbild nicht als Handlungsvorlage genommen und sich um die Ausgegrenzten gekümmert, sondern oft selbst ausgegrenzt. Genau so, wie es damals Jesus mit den damaligen Religionsoberen ging, geht es heute manchem mit dem Papst/Pfarrern/diversen Kirchenorganisationen...

Ja, da wurde die Religion verpfuscht und zum Machtinstrument degradiert (oder erhoben... wie man es sehen mag.  ;) ). Ich sag ja, hätten sie sich strikt an die Lehren Jesu gehalten, wäre alles super gewesen! Aber nee, gibt ja immer paar Idioten, die alles falsch verstehen, oder falsch verstehen wollen. Ich glaub, davon lebt Geschichte... leider.  ::)  Da machste nix.  ;)

Liebe Grüße,
Berengar
Autor: Schweden-Bär
« am: 27.Sep 2013, 23:40 »

...denn mal ehrlich, wer schert sich denn noch groß einen Dreck um den Papst, erst recht in der jüngeren so gerne pöbelnden Bevölkerungsschicht?
Und ja, gibt mehr Verursacher. ...

Ja, und ich will gar nicht in Abrede stellen, dass es mehr Verursacher gibt. ;)
Es war lediglich das herausragendste Beispiel, einfach weil die Religion schon über so viele Jahrhunderte, bzw. schon Jahrtausende(!) einen Einfluss hat. Das sitzt seeeehr tief in unserer christlich geprägten Gesellschaft! (Und nicht nur in unserer natürlich.)  :)

Hab ja deswegen auch noch den Nationalsozialismus genannt. Zudem ist es auch ein Stück weit natürlich, dass alles Fremde erstmal als gesellschaftlich untauglich deklariert wird, weshalb Aufklärung um so wichtiger ist. ;)
(Was der Bauer nicht kennt, frisst er bekanntlich ja nicht. ;) )

Und Gollum, genau das war, was ich meinte, die Leute wenden sich zwar vom Glauben ab, die interessiert es unter Umständen nicht mehr sonderlich was der Pabst da faselt, da haste ja auch absolut Recht. Aber trotzdem sind halt diese ganzen engstirnigen Sichtweisen von Generation zu Generation weiter gegeben worden und haben sich tief in den Köpfen der Menschen verankert. Verstehste, wie ich mein? Joa, und das dauert halt seine Zeit, bis das wieder "weg geht".

So, schon fertig... (Bärchens Turbo-Post  ;D  Oh, Gott, werd ich krank?  :shock:  :redface:  :lol2: )

Liebe Grüße,
Berengar
Autor: Haribo
« am: 27.Sep 2013, 21:28 »

Hallo,

@Gollum:

Ziel transexuell motivierter Transition ist, dem gebürtigen Vorbild so nahe zu kommen, wie es geht, so zu leben und möglichst unerkannt (Passing, stealth) ein "ganz normales" Leben einer ganz normalen Frau / eines ganz normalen Mannes (gemessen am gebürtigen Durchschnitt) zu führen.
Wenn du deine Definition hier her nimmst, dann war deine Aussage von Anfang, dass es sich bei dem schwangeren Mann um einen Transgender (nach deiner Definition) handeln muss, nicht gerechtfertigt. Du weißt nicht, welches Leben dieser Mann anstrebt. Du weißt nicht einmal, welches Passing dieser Mann jetzt besitzt. Du vermutest lediglich. Vielleicht wollte er ja unbedingt noch ein eigenes Kind, um danach die OP zu machen. Du weißt es nicht. Des weiteren wissen wir ja, dass er auch niemals in die Medien wollte. Deshalb finde ich es nicht für gerechtfertigt, dass du diesen Menschen fernveruteilst.

Ich hoffe jeder sieht, dass ich nur mehr diagnostische Klarheit möchte, die der Diversität der unterschiedlichen Leidensstufen besser gerecht wird.
Das würde mir erheblich leichter fallen, wenn du Transgender (nach deiner Definition) generell nicht als "ekelig" und "pervers" bezeichnet hättest. Und wenn du nicht gesagt hättest, Transgender wären Schuld daran, dass du auf der Straße blöd angemacht wurdest.

Liebe Grüße,

Hannah
Autor: mihi
« am: 27.Sep 2013, 18:06 »

Ich leide mehr darunter, keinen weiblichen Körperbau, kein weibliches Gesicht und keine weibliche Stimme zu besitzen. Das da unten nimmt in meinen Gedanken relativ wenig Platz ein. Ob ich TS oder doch eher TG bin, keine Ahnung. Klar gibt es die mit Penis/Vagina-Ekel aber ich vermute mal, das es relativ vielen am Anfang so geht. Bei mir reicht ein Blick in den Spiegel...

Sag' ich doch immer.

Der "Sündenbock" ist u.a. das Christentum, welches es gesellschaftlich leider an vielen Stellen "vermasselt" hat. Alles was nicht konform war, wurde ausgerottet, verfolgt und vernichtet.

Jesus hat sich mit Zöllnern an einen Tisch gesetzt. Diese Leute waren nach damaliger Vorstellung der Abschaum schlechthin. Niemand wollte mit ihnen zu tun haben. Dorthin zu gehen war eine unheimliche Provokation. Man kann das heute noch in der Bibel nachlesen, es ist nicht herausredigiert worden. Leider haben spätere Religionsvertreter dieses Vorbild nicht als Handlungsvorlage genommen und sich um die Ausgegrenzten gekümmert, sondern oft selbst ausgegrenzt. Genau so, wie es damals Jesus mit den damaligen Religionsoberen ging, geht es heute manchem mit dem Papst/Pfarrern/diversen Kirchenorganisationen.

Es ist zum Glück nicht überall so.

Mihi
Autor: Schweden-Bär
« am: 26.Sep 2013, 23:23 »

Liebe Gollum,

ganz kurz möchte ich nochmal auf die Pöbeleien eingehen. Werd jetzt nicht zitieren, aber wir wissen ja, was in etwa die Aussagen waren. (Ansonsten nochmal nachlesen)

Ich streite keineswegs ab, DASS Pöbeleien an sich der (vor allem psychischen, aber auch im folgenden durchaus der physischen) Gesundheit abträglich sind. Das möchte ich auf gar keinen Fall verharmlosen und bin da voll und ganz auf deiner Seite! Nicht, dass das falsch rüber kommt.
In Amerika wurden auch schon TF ermordet, einfach weil sie TF waren. Sehr schlimm und sehr traurig! Keine Frage!

ABER:

Ich wage es einfach, in Frage zu stellen, dass solche Personen wie Lorielle oder eben dieser schwangere Transmann generell auch nur irgendwie etwas dafür können, dass du und ich auf der Straße angepöbelt werden.
Denn diese Engstirnigkeit, die gab es schon lange vor der heutigen Medienlandschaft, und das heute immer noch vorhandene "Spießertum" ist Überbleibsel von Jahrhunderte andauernder christlicher "Gleichmacherei". (Ich möchte hier keine Gläubigen angreifen, aber das Christentum hat nun einmal faktisch zu belegen viel Leid über die Menscheit gebracht.)
Transsexualität ist ja kein neues Phänomen, sondern war in vielen animistisch religiös geprägten Kulturen gang und gäbe. Dort hatten wir nicht selten wichtige Aufgaben, und waren deshalb hoch geachtet. Ohne den Erfolg des Christentums hätten wir TS heute wahrscheinlich kein Problem!

Das Christentum hat die Homosexualität verteufelt bis zum geht nicht mehr. Nicht die Medien waren das! Die Medien haben im Gegenteil dafür gesorgt, dass Homosexuelle mehr Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht haben. Ja, man hat sich eine Zeit lang vielleicht auch medial lustig gemacht, aber das ist ja im großen und ganzen heute nicht mehr so, denn dieses "sich lustig machen" war nicht vorrangig den Medien an sich zuzuschreiben, sondern der allgemeinen Haltung gegenüber Homosexuellen in der Bevölkerung! Auch im TV gab es schrille Vögel unter den Homosexuellen, über die sich so mancher sicherlich (gerade am Anfang) aufgeregt hat! Aber diese schrillen Vögel haben letzten Endes der Gesamtentwicklung der Homosexuellen eben NICHT geschadet!

Und genau so sehe ich das jetzt mit der Transsexualität.

Der "Sündenbock" ist u.a. das Christentum, welches es gesellschaftlich leider an vielen Stellen "vermasselt" hat. Alles was nicht konform war, wurde ausgerottet, verfolgt und vernichtet.
(Nicht viel anders als damals das Nationalsozialistische Regime! vielleicht haben wir auch hier noch einige "Restbestände" zu verzeichnen! Neo-Nazis gibt es schließlich immer noch. Die Dummen sterben nicht aus...  ;) Aber im Vergleich zum NS-Regime dauerte das Leid, welches die Christen über die Kulturen dieser Welt brachten, wesentlich länger an. Soll kein Christen-Bashing sein, ist leider nun mal Fakt! Ich wünschte selbst, es wäre anders, weil das Christentum in seinen Grundzügen auch damals eigentlich eine sehr brauchbare Religion gewesen wäre, hätte man sich strikt an die Lehren Jesu gehalten. Doch das ist ein anderes Thema! ;) )

Zwar geht vielen Menschen heute der Glaube an sich abhanden, aber die Engstirnigkeit, die diese Religionen noch bis in das letzte Jahrhundert mit sich gebracht haben (und die sogar noch heute von fundamentalistischen Richtungen weitergeführt wird), die bleibt den Leuten noch eine Weile erhalten. Es wird (leider) noch etwas dauern, bis die Gesellschaft sich, von dieser Intoleranzhaltung gegenüber Andersartigen gänzlich erholt hat.

Bis dahin werde ich weiterhin unermüdlicher Verfechter für mehr Toleranz sein. Denn nur dadurch, dass man ausspricht, wie dämlich diese Intoleranzhaltung gegenüber Andersartigen ist, werden auch mehr Menschen aufwachen, und sich von dieser Unsinnigkeit erholen.

Bei dieser Gelegenheit kommt mir wieder dieses Zitat in den Kopf, indem von vernünftigen Menschen, die die Welt besser so lassen wie sie ist, und von unvernünftigen Menschen, die versuchen wollen, sie zu verbessern die Rede ist. In der Folge stellte man fest, dass jeglicher Fortschritt von den Unvernünftigen ausgehe.
Du selbst, Gollum, rühmtest dich, ein Vernünftiger Mensch zu sein. Soweit so gut, wer wäre das nicht gerne? Aber auf der anderen Seite verweigerst du damit eben auch jeglichen Fortschritt, wenn du das Zitat inhaltlich verstanden hast.  ;)

Ich für meinen Teil werde weiter unvernünftig sein, weil ich die Welt, so wie sie jetzt ist, nicht akzeptieren werde, bis zu dem Tag, wo ich ins Grab falle. Natürlich werde ich in Zukunft an meinem Passing arbeiten wie ich nur kann, das hält mich aber nicht davon ab, trotzdem mehr Toleranz zu fordern. Und daher tue ich das jetzt noch einmal: ich fordere weiterhin Toleranz, auch aus den eigenen Trans-Kreisen. Und zwar dort wo sie angebracht ist! OBJEKTIV betrachtet, und nicht nachdem, was irgendein daher gelaufener Schweini meint, was Toleranz wäre.

So, und jetzt PEACE! :D

Liebe, friedliche Grüße,
Berengar
Autor: Haribo
« am: 26.Sep 2013, 20:38 »

Huhu,

@Berengar: Toller Beitrag. :)

@Isa: Ich stimme dir zu.

NUN SAGE MIR EINER HIER BITTE NOCH, WARUM MAN MIR GENAU DIESELBE AUSSAGE KONSTANT VERBIETEN WILL.
Ganz einfach: Weil es einen Unterschied macht, ob Jemand über sich selbst eine Aussage trifft oder ob du diese Aussage über eine Person triffst. Ein Aussage, die aber nur die Person selber treffen kann.

Du hast gesagt, ich solle nochmal fragen, also: Definiere mir doch bitte mal in ein paar wenigen Sätzen, was es für dich heißt, wenn eine Person transsexuell ist.

Liebe Grüße,

Hannah
Autor: Aurora85
« am: 26.Sep 2013, 02:08 »

Hier wurde in der letzten Woche soviel geschrieben, daher werde ich jetzt mal darauf verzichten, irgendwas zu zitieren. Es ist auch mehr allgemein gemeint.

Was ich gerade nicht ganz verstehe, ist diese Herumreiterei auf die Differenzierung zwischen TS und TG im Kontext dieses Threads, da es hier ja eigentlich um die gesellschaftliche Außenwirkung ging. Und da gilt zumindest für mich: Was da unten rumhängt oder eben nicht, geht die Gesellschaft herzlich wenig an. Und was unterscheidet in der gesellschaftlichen Außenwirkung bitte TS und klassische TG (mit klassische TG meine ich diejenigen, welche eine HRT durchführen, also lediglich keine GaOP wollen)? Exakt gar nichts. Daher verstehe ich nicht, wie man "nicht damit verwechselt werden will", wenn es um die TS-TG-Frage geht (also nicht die Ursprungsfrage nach der Außenwirkung eine schwangeren Mannes). Bei TG mit PÄ (oder Wunsch danach) und ohne jedwede Angleichung ist die Sache natürlich etwas komplizierter, aber diese Gruppe dürfte immer noch sehr klein sein.

Auch denke ich, dass man bei TG und TS nicht mit einem abgestuften Leidensdruck argumentieren sollte. Anders, ja, aber das gilt ohnehin für alle, denn jedes Trans-Schicksal ist individuell. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine (Endziel-)TG vor der Transition mindestens genauso kaputt sein kann, wie eine TS. Der Leidensdruck ist halt nur früher weg, wenn die HRT nach Monaten, Jahren denn mal zu einer ansprechenden Angleichung geführt hat. Klassische TG haben genauso einen körperlichen Leidensdruck, denn der Körper besteht nun mal aus mehr als dem sekundären Geschlechtsorgan da unten. Mal ganz persönlich gesprochen: Ich leide mehr darunter, keinen weiblichen Körperbau, kein weibliches Gesicht und keine weibliche Stimme zu besitzen. Das da unten nimmt in meinen Gedanken relativ wenig Platz ein. Ob ich TS oder doch eher TG bin, keine Ahnung. Klar gibt es die mit Penis/Vagina-Ekel aber ich vermute mal, das es relativ vielen am Anfang so geht. Bei mir reicht ein Blick in den Spiegel...

Und was die Sache mit dem "Gerede" und "Gejammere" angeht und dass es Foren gäbe, in denen einem direkt oder durch die Blume zu verstehen gegeben wird, man solle wiederkommen, wenn man schon Hormone nehme, mal ein paar Worte von einer, die absolut am Anfang steht: Ich bin froh, dass ich hier nicht so empfangen wurde (und andere auch nicht). Wäre es so, wäre ich vermutlich auch direkt wieder gegangen. Es ist doch so: Die Entscheidung zum Schritt in die Transition und der Anfang der Transition sind die schwersten Schritte. Und manche haben eben nicht das Glück, eine beste Freundin/einen besten Freund zu haben, die/der einen da emotional auffangen und unterstützen kann, oder die bereits Anschluss an andere Betroffene haben. Und es gibt Dinge, die einfach gesagt werden müssen und gerade dann, wenn sie im "Real Life" nicht gesagt werden können, werden sie halt in einem Forum gesagt. Da ist dann hin und wieder "Gejammer" dabei, denn das bringt die Lebenssituation nun mal mit sich. Es ist schön, wenn Transfrauen und Transmänner aus der Transition psychisch erstarkt hervorgehen und mit sich im Reinen sind; das ist ja ein Ziel von uns allen. Aber auch diejenigen, die mit allem durch und mehr oder minder glücklich sind, dürfen nicht vergessen, wie ein Translebensweg beginnt: In einem Haufen Elend. Und Schwäche zu zeigen, ist keine Schande. Grundsätzlich nicht und gerade in einer solchen Lebenssituation nicht.

Liebe Grüße
Isa
Autor: mihi
« am: 25.Sep 2013, 18:39 »

...

Ich zitier mal nicht den ganzen Text, um meine Meinung dazuschreiben, sondern belasse es bei den drei Punkten.

Ich finde den Beitrag wirklich gut.  :daumenhoch:

Was nicht bedeutet, daß ich etwas gegen Dich habe, Gollum, damit auch das nochmal klargestellt ist.

Mihi
Autor: Patrick Atréju
« am: 25.Sep 2013, 12:31 »

Ein sehr guter Text, Bärchen.  :daumenhoch: Spricht mir aus der Seele.

Und wenn Gollum manchmal dolle austeilt, kann ich das auch nachvollziehen, bei all dem, was ihr schon passiert ist.

Was ich davon halte, ist zweitrangig, weil mir darüber gar kein Urteil zusteht.

Ist wie in der Politik, eine funktionierende Demokratie kann andere Meinungen aushalten.
Autor: Schweden-Bär
« am: 25.Sep 2013, 04:39 »

... Ich sagte ja bereits, Toleranz dort, wo sie angebracht ist! Nicht blinde Toleranz, davon halte ich selber auch nichts!  :so_nicht:
Das ist für mich Toleranz. Was kann der arme Mann denn dazu, dass er ein perverser Paarhufer ist? Was können Pedophile denn schon für ihre Neigung? Und für die meisten da draußen ist "trans" nunmal sowas ähnliches wie eine Mischung aus pedophilem Kinderficker und frauenimmitierenden Axtmörder...

In meinem Post steht es doch schon, Gollum. Toleranz dort, wo sie angebracht ist. Wo ist sie denn angebracht? Bei Kinderfickern oder Axtmördern? Wohl kaum! Dein Beispiel erörtert zum wiederholten Male nur die blinde Toleranz für alles und jeden, von der ich mich bereits ganz klar distanziert habe, und weicht zum wiederholten Male damit unsachlich vom Thema ab. Anderen wirfst du häufig vor, sie wollten dich nicht verstehen. Gerade frage ich mich, ob du mich hier verstehen willst. Du weißt, ich will dir nix Böses, aber das musst du dich nun doch einmal fragen lassen. ;)

Schau mal, es ist doch nun wirklich einfach! Wenn ein Mensch beschließt, sein Leben zu gestalten, auf die eine oder andere Weise, dann ist doch per Gesetz alles konform, was keinem anderen an Gesundheit und Leben schadet.

Dein Vater/Stiefvater/Freund der Mutter-Schwein hat dir aber offensichtlich und auch unrechtmäßig (also gegen das Gesetz) an der Gesundheit geschadet. Wir sind uns hier sicherlich alle darüber einig, dass es für solche Leute keine (blinde) Toleranz geben darf! Das steht also außer Frage! Aber sowas von völlig! (Eigentlich will ich dir ja nur irgendwie vermitteln, dass deine Vergleiche hinken, bzw. unangebracht sind.)

Aber ein schwangerer Transmann, der sich möglicherweise einen innigen Kinderwunsch erfüllt hat, wo schadet der dir denn z.B. an deiner Gesundheit oder wo bedroht er dein Leben? Wo bedroht eine daher gelaufene Lorielle dein Leben? Ernsthaft jetzt!
Toleranz heißt nicht mögen oder toll finden. Toleranz heißt lediglich, dass auch, wenn man selbst nicht unbedingt ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen oder bestimmte Entscheidungen genauso treffen würde, es trotzdem in Ordnung findet, dass da eben jemand ist, der diesen Weg geht, weil er es als Erfüllung seiner (gesetzlich zugesicherten) Selbstbestimmung ansieht.

Weißt du, wenn man solche Personen wie z.B. Lorielle nicht mag, ist ja ok, aber da steht man doch einfach drüber. Ist mir doch egal, wie Lorielle rumläuft. Denn ICH bin nicht wie sie und du bist es auch nicht. Was juckt es uns also? Lass sie doch da rumspringen und der schrille Paradiesvogel sein, wenn's ihr Spaß macht.
Sie stellt doch nun wirklich keine Gefahr für deine Gesundheit oder dein Leben dar. Also darf man hier ruhig ein kleines bisschen tolerant sein und die anderen ihr Leben leben lassen, SOLANGE sie niemandes Gesundheit oder Leben bedrohen. Du musst diese Leute deswegen nicht mögen, du musst dich nicht mit ihnen abgeben. Aber warum fällt es dir sooo schwer zu sagen: "Ja, gut, die Lorielle, die macht ihr Ding. Meins ist es nicht. Aber ist ok, soll sie mal machen und ihr Leben genießen." ? Du nimmst dir doch für dich auch das (absolut legitime) Recht heraus, dein Leben zu führen, wie du es magst. Gut, Lorielle ist eben eine extrovertierte Persönlichkeit und du eben nicht. Aber was soll's? Letzten Endes ist sie ein Mensch genauso wie du mit Wünschen, Träumen, Zielen, Ängsten und Bedürfnissen.

Wo soll denn deine hardcore Forderung nach Normalität bei TS aufhören? Dort wo DU es willst? Da wo DU dich nicht mehr peinlich berührt fühlst? Ich könnte mich den ganzen Tag für einen Haufen Leute fremdschämen und die müssen dafür nicht mal TS sein. ;) Aber was juckt es mich? Ich grenze mich ab. Ich bin ich und niemand würde auf die Idee kommen, ich sei wie einer von denen, einfach weil ich es gar nicht (durch mein Verhalten) zulasse! Aber deswegen muss ich nicht unbedingt intolerant sein.

Ich hoffe, du verstehst endlich, was ich meine, wovon ich spreche. Es gibt ein gutes altes, deutsches Sprichwort: "Was stört es die alte Eiche, wenn die Sau sich an ihr kratzt."

Solange also niemandem ernstlich etwas passiert, kann es uns doch kackegal sein, was andere aus ihrem Leben machen. Warum machst du dein Glück oder Unglück von dem Verhalten anderer Menschen abhängig? Das verstehe ich nun wiederum nicht. Ich verstehe es wirklich nicht.  :kratz:
Aber OK, ich muss nicht alles verstehen, und das meine ich ernst, und nicht irgendwie abwertend, ok?

Zitat von: Gollum
...Wer es "verdient" hat, als Frau angesprochen zu werden, hängt nicht von der OP da unten ab, sondern vom Passing. Und "verdient" definiert sich darüber, als dass niemand was merkt, nicht darüber, wegsehen zu fordern...

Also diesen Anspruch finde ich auch arg überzogen und du offenbarst hier in der Tat eine Art Intoleranz, die ich als äußerst bedenklich empfinde, gerade aus dem Mund einer TF. Und ich sage dir warum. Ich kämpfe seit Monaten für uns Transsexuelle, betreibe Aufklärung im kleinen Stil, (ohne dass das hier irgend jemand mitbekommt, mich jemand dafür rühmen muss oder dass ich dafür bezahlt würde), und versuche den Leuten klar zu machen, dass Identität (und damit das Recht als Mann, bzw, Frau) angesprochen zu werden NICHT vom Äußeren abhängt. Und jetzt kommst du und schlägst mir mit deiner intoleranten Aussage mitten in das schwer Erarbeitete rein.

Du wirst es kaum glauben, aber ich konnte es einigen Leuten bereits verständlich machen, dass Identität nichts mit dem Äußeren zu tun hat. Es hat Nerven und Geduld gekostet, aber sie haben es kapiert! Ich konnte ihnen ein positives Bild über uns TS vermitteln. Und jetzt sagt da eine Transfrau aus eigenem Mund, nur wer auch so aussieht, darf sich Mann, bzw, Frau nennen. Gollum, ganz ehrlich, da muss ich doch schon schlucken und habe etwas Bauchweh, ob du mit dieser Haltung den TS nicht viel mehr schadest, als es Lorielle und schwangere Transmänner jemals könnten. Ich sage das echt nicht gerne, aber ich finde, das muss jetzt einfach mal so auf den Punkt gebracht werden, jetzt ohne Scheiß und in aller Freundschaft! Aber diese Aussage geht sowas von gar nicht!

Dann noch eine letzte Anmerkung, um auch mal wieder zum eigentlichen Thema zurück zu kehren. (Ja, ich weiß, ist schon wieder so lang, sorry...  ::) )

Ihr sagt immer, ein Transmann solle VOR seiner Transition ein Kind in die Welt setzen. Es gibt auch einige, die das so gemacht haben, wenn auch nicht unbedingt absichtlich!

Aber ist euch eigentlich mal in den Sinn gekommen, dass die Situation VOR der Angleichung für einen Transmann, der BEWUSST Kinder in die Welt setzen will und es nicht nur auf einen Unfall ankommen lässt/gelassen hat, einfach nicht gegeben war, um genau dieses zu tun?

Wer Kinder in die Welt setzt, trägt große Verantwortung. VOR der Transition sind wir teilweise in solch desolatem Zustand, dass wir überhaupt nicht in der Lage wären, diesen Anforderungen gerecht zu werden. (Depressionen, Auto-Aggressionen, suizidales Verhalten, etc.) Ein Kind in die Welt zu setzen ist nicht einfach mal eben wie zum "Züchter" fahren und sich ein kleines, knuddeliges Hündchen anzuschaffen, das nach 6-10 Jahren eh wieder stirbt und welches man auch bequem im Tierheim abgeben kann, wenn es einem den Teppich vollkackt.

Könnte es nicht sein, dass einige Transmänner, die (eigenen!) Kinderwunsch haben, überhaupt erst in der Lage sind, diesen umzusetzen, wenn sie nun endlich mit ihrem Körper soweit im Reinen sind, wenn sie nun endlich, nach all den Jahren der Seelenqualen, Freude in ihrem Leben empfinden und vielleicht jetzt erst den/die richtige Partner/in für solch ein Vorhaben gefunden haben? Das erste Mal spielt sich ihr Leben "normal" ab und da kann ein weiterer Wunsch nach "Normalität" sich auch ausdrücken in einem Kinderwunsch.

Wisst ihr, ich habe einfach manchmal das Gefühl, wenn ich einige Posts hier lese, dass manche nicht soweit bis zum Horizont sehen können, und nur in ihrer kleinen Welt leben, bei der alles strikt auf eine gewisse, und vor allem genaue Weise geregelt sein muss. Da gibt es kein Links und Rechts, da gibt es kein über den Tellerrand schauen. Stattdessen hängt man sich an Begrifflichkeiten auf, und vergisst dabei scheinbar (ich hoffe, nicht anscheinend ;) ) völlig, dass es hier einfach mal um Menschen geht, die ihre Bedürfnisse UND ein Recht auf die Dinge haben, die der restlichen Gesellschaft ebenfalls zustehen. Und diese Menschen haben, wie alle anderen auch, nur EIN Leben, in dem sie sich entfalten können. Die meisten TS haben doch sowieso ihr halbes Leben schon im "falschen Körper verplempert", dann lasst ihnen doch um himmels Willen die paar Freuden, die ihnen noch bleiben!

Zwar heißt es, "ja wir lassen sie ja machen, sollen sie doch". Aber dann wird wieder darüber abgelästert und gefordert, sie sollen es doch bitte VOR der Transition tun. Es werden wieder Bedingungen gestellt, die einfach vor dem Gesetz nicht wirklich gerechtfertig werden können.

So, das soll jetzt mal der letzte Versuch gewesen sein, hier eine Lanze für andere Lebenskonzepte zu brechen, auch wenn ich selber nicht den Weg gehen würde, wie der Transmann, um den es hier geht. Aber ich halte es mit Descartes und würde Gott verdammt mein Leben dafür geben, dass er sein Leben leben darf, wie es ihm gefällt. ;)

Liebe Grüße,
Berengar

P.S.: So, wenn ihr's jetzt nicht versteht, watt ich will, macht doch watt ihr wollt... machta ja eh!  ;)  ;D

P.P.S.: Wennze weißt, watte wills, musse gucken, dasse hinkommst... Jo, ich bin schon da, kommt wer nach?  ;)   :prost: