Autor: Jeanne Rising
« am: 15.Mai 2015, 16:02 »Ich fand die "das ist immer Flucht"-These auch etwas krass. Ich würde sofort unterschreiben, dass so etwas Flucht sein KANN - vermutlich ist es das sogar gar nicht so selten. Womöglich trifft das auf etliche derer zu, die ihren inneren Frieden nur noch und ausschließlich in der Isolation einer wie auch immer gearteten klösterlichen Umgebung finden können und sofort in sich zusammenklappen, wenn sie mit der Außenwelt konfrontiert werden. Aber ich glaube, das trifft nicht auf alle zu...ich denke schon, dass viele sich auf solche Reisen begeben, um wieder Kontakt zu sich aufzunehmen. Im Endeffekt ist vielleicht vieles eine Sache der Relationen. In einem völlig entspannten Alltag ohne jegliche Verpflichtungen wäre eine Zeit der Selbstreflexion wahrscheinlich jederzeit hier und sofort erreichbar und der Besuch eines Klosters würde schnell als Flucht anmuten...unser Leben gestaltet sich aber in der Regel ja eher so, dass das tägliche Ertränken der eigenen Person in Verpflichtungen und eigentlich-nicht-erfüllenden-aber-ablenkenden Hobbies den Hauptteil unserer Zeit frisst und wir Tag für Tag mannigfaltige Umgebungsreize um uns haben, die es uns ermöglichen, jederzeit vor uns selbst zu fliehen. Und aus dieser Situation heraus mag eine Zeit des gezielten Rückzugs in die Ferne doch durchaus hilfreich sein - könnte ich mir zumindest vorstellen. Ich würde das einfach nur als "etwas finden, was meiner Entwicklung weiterhilft" verstehen und sähe da zunächst mal keinen Grund, es anders zu behandeln, als alles andere, was diesen Zweck erfüllt. Vermutlich ist der Übergang zwischen inspirierendem Denkanstoß und verdrängender Ersatzbefriedigung von außen nicht erkennbar und alles, was man jemandem raten kann, ist, sich offen und ehrlich auf dem Weg zu beobachten und weiterzugehen, wenn es Zeit ist...
Frauen sind einfach Stilvoller, erotischer, ästehischer usw.

