Autor: selfmademan
« am: 17.Okt 2023, 19:21 »Ich persönlich glaube weder an eine "Natürlichkeit" oder "Faktizität" der zweigeschlechtlichen Ordnung und auch nicht an "genetische Codes im Gehirn",
Wer so etwas behauptet, ist Anhänger des Behaviorismuses und steht der These des verbrecherischen Gendervaters Dr. John Money nahe.
Naja das ist jetzt schon ziemlich vereinfacht. Der Behaviorismus hat seine Existenzberechtigung so wie viele andere Modelle der Wissenschaft auch. Kein Erklärungsansatz erfasst das menschliche Leben vollständig und den Einfluss des Verhaltens und der Umwelteinflüsse auf die Persönlichkeitsentwicklung zu leugnen ist genauso unfundiert wie ein Leugnen jeglicher Biologie - nicht umsonst ist die kognitive Verhaltenstherapie nachwievor eines der großen, von der Krankenkasse anerkannten Verfahren der Psychotherapie. Letztlich wird die Realität immer nur durch eine differenzierte Einbeziehung vieler Modelle ansatzweise stimmig abgebildet. In diesem Fall ist es sicherlich ein Stück weit ein Leugnen der Biologie, die Zweigeschlechtlichkeit völlig abzuerkennen und einfach als künstliches Konstrukt abzutun. Inwieweit sich allerdings unter Entfernung der Umwelteinflüsse wirklich all zu viele daraus resultierende "natürliche" Verhaltensweisen daraus ableiten lassen, die tatsächlich eine angeborene Veranlagung sind und nicht einfach nur ein gesellschaftliches Konstrukt, ist eine ganz andere Frage. Kaum eine Studie, die die unterschiedlichen Gehirne der Geschlechter z.B. beim bewältigen bestimmter Aufgaben untersucht, kann die Variable Umwelteinflüsse wirklich ausschließen, da sie zu dem Zeitpunkt, wo eine Person Rechenaufgaben oder ähnliches bewältigen kann, längst stattgefunden haben.
Hallo Johanna,
erstmal besten Dank für deinen Input.
Dies ermöglicht mir, etwas umfassender an die Dinge ranzugehen.