Autor: tashina
« am: 24.Jul 2009, 15:22 »Hallo liebe Emma,
es sind schon so viele gute Gedanken und Hinweise aufgeschrieben worden. Trotzdem hoffe ich, dass Dir meine eigenen erfahrungen auch noch bissel Denkastoß sein können ...
Meine Therapie hatte unter vielen anderen Zielen ein Teilziel: dass ich mich überhaupt erst emotional anderen Menschen gegenüber öffnen lernte. Selber hatte ich mich zeitlebens sozusagen eingemauert - wollte niemanden an mich heranlassen, weil ich mich halt in meinem Umfeld nie traute, zu mir selbst zu stehen. Das führte dann dazu, dass ich sozusagen im Kontakt zu anderen Menschen überhaupt keine Emotionen zuließ oder heraus ließ. Trotzdem war ich kein Eigenbrötler, hatte also keine Kontaktängste oder Sozialphobien ... halt nur so ein "Roboter" ... In diesem Sinne war es also tatsächlich Bestandteil meiner Therapie, das durch meine TS bedingte falsche Verhalten abzulegen und zu lernen, wie bereichernd es ist, wenn Gefühle zum Tragen kommen.
Der Stellenwert der Transsexualität ... sie hat mich mein bisheriges Leben begleitet, ganz unscharf empfand ich schon als kleines Kind, das mit mir was nicht stimmte - aber ich wählte aus verschiedensten Ursachen zerst einmal die Verdrängung als Bewältigungsstrategie. Echte TS lässt sich aber nicht völlig verdrängen ... im Gegenteil, irgendwann muss eine Lösung herbei. Bei mir lief es zu Anfang noch so in einer Art Wellenbewegung ab - mal beherrschte mich die Suche nach der Lösung sehr stark - mal gab es eine Zeit vermeintlicher Ruhe ... Ziemlich spät - da war ich dann schon gegen Ende 30 hatte ich aber den ersten Zusammenbruch. Das war dann so einschneidend für mich, dass ich begann, mich nicht mehr mit Verdrängung still zu halten ... und das Thema TS - bich ich es wirklich oder nicht?, kann ich die Transition durchstehen?, usw. usf. - begann mich immer stärker zu beschäftigen. Es wurde dann mit Anfang 40 tatsächlich zu meinem wichtigsten Thema ... obwohl ich die Familie, den Beruf und all das Ganze drumherum mit versuchte in diese Lebensaufgabe zu integrieren ... so ziemlich alles habe ich in der Zeit der Transition fast immer aus dem Fokus meiner Geschlechtsanpassung bewertet. Nun nach etwa sechseinhalb Jahren, da ich so ziemlich durch bin, verliert sich das wieder etwas - aber ich bin mir ziemlich sicher, dass mich das Thema TS bis an mein Lebensende nicht verlässt. Aber der Stellenwert wird zunehmend geringer ...
Ich denke, so was ist normal und ich bin mir sicher, dass auch Deine Schwester nach der eigentlichen Transition wieder "beruhigen" wird
friedliche liebe Grüße
tashina
es sind schon so viele gute Gedanken und Hinweise aufgeschrieben worden. Trotzdem hoffe ich, dass Dir meine eigenen erfahrungen auch noch bissel Denkastoß sein können ...
Meine Therapie hatte unter vielen anderen Zielen ein Teilziel: dass ich mich überhaupt erst emotional anderen Menschen gegenüber öffnen lernte. Selber hatte ich mich zeitlebens sozusagen eingemauert - wollte niemanden an mich heranlassen, weil ich mich halt in meinem Umfeld nie traute, zu mir selbst zu stehen. Das führte dann dazu, dass ich sozusagen im Kontakt zu anderen Menschen überhaupt keine Emotionen zuließ oder heraus ließ. Trotzdem war ich kein Eigenbrötler, hatte also keine Kontaktängste oder Sozialphobien ... halt nur so ein "Roboter" ... In diesem Sinne war es also tatsächlich Bestandteil meiner Therapie, das durch meine TS bedingte falsche Verhalten abzulegen und zu lernen, wie bereichernd es ist, wenn Gefühle zum Tragen kommen.
Der Stellenwert der Transsexualität ... sie hat mich mein bisheriges Leben begleitet, ganz unscharf empfand ich schon als kleines Kind, das mit mir was nicht stimmte - aber ich wählte aus verschiedensten Ursachen zerst einmal die Verdrängung als Bewältigungsstrategie. Echte TS lässt sich aber nicht völlig verdrängen ... im Gegenteil, irgendwann muss eine Lösung herbei. Bei mir lief es zu Anfang noch so in einer Art Wellenbewegung ab - mal beherrschte mich die Suche nach der Lösung sehr stark - mal gab es eine Zeit vermeintlicher Ruhe ... Ziemlich spät - da war ich dann schon gegen Ende 30 hatte ich aber den ersten Zusammenbruch. Das war dann so einschneidend für mich, dass ich begann, mich nicht mehr mit Verdrängung still zu halten ... und das Thema TS - bich ich es wirklich oder nicht?, kann ich die Transition durchstehen?, usw. usf. - begann mich immer stärker zu beschäftigen. Es wurde dann mit Anfang 40 tatsächlich zu meinem wichtigsten Thema ... obwohl ich die Familie, den Beruf und all das Ganze drumherum mit versuchte in diese Lebensaufgabe zu integrieren ... so ziemlich alles habe ich in der Zeit der Transition fast immer aus dem Fokus meiner Geschlechtsanpassung bewertet. Nun nach etwa sechseinhalb Jahren, da ich so ziemlich durch bin, verliert sich das wieder etwas - aber ich bin mir ziemlich sicher, dass mich das Thema TS bis an mein Lebensende nicht verlässt. Aber der Stellenwert wird zunehmend geringer ...
Ich denke, so was ist normal und ich bin mir sicher, dass auch Deine Schwester nach der eigentlichen Transition wieder "beruhigen" wird
friedliche liebe Grüße
tashina
